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Göttingen „Ein einziger Glücksfall“
Die Region Göttingen „Ein einziger Glücksfall“
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09:38 30.09.2016
Von Katrin Westphal
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

„Ein einziger Glücksfall“, sagte Ulrike Eichhorn über den Mauerfall. Sie wurde in Göttingen geboren, lebte in Ostdeutschland und konnte erst nach dem Mauerfall in ihre Heimat zurückkehren. Die zurückgewonnene Freiheit für die ehemaligen DDR-Bürger schätzt auch Udo Lange-Hesse.

Er hätte allerdings den 17. Juni als Feiertag gewählt: „Weil man da gesehen hat, dass die Menschen sich aufgelehnt haben.“ Der Aufstand am 17. Juni 1953 hatte in der ehemaligen DDR eine Protestwelle ausgelöst, die von der Sowjetarmee blutig niedergeschlagen wurde. Der Tag war bis zur Wiedervereinigung ein Nationalfeiertag in der Bundesrepublik.

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Am 3. Oktober wandert Kathi Goldstein mit Familie und Freunden den Brocken hinauf - zum Gedenken an die Wiedervereinigung. Die Idee entstand, als sie gemeinsam überlegten, was passendes an diesem Tag unternommen werden könne. Doch Goldstein ist nicht die einzige, der Brocken sei als Symbol für die Teilung am Tag der deutschen Einheit regelrecht überlaufen.

Auch Carolin Rundel findet es wichtig, die Wiedervereinigung zu feiern. Sie ist in Süddeutschland aufgewachsen und wohnt jetzt in Göttingen. Wegen der räumlichen Nähe zur früheren Grenze sei der Feiertag für sie jetzt viel präsenter. „Ich find‘s schon gut, dass daran erinnert wird“, erklärt sie.

Für Sven Teihsel hat der 3. Oktober fast keine Bedeutung. Während seiner Schulzeit sei schon die nationalsozialistische Vergangenheit zu intensiv behandelt worden. „Deswegen hab ich wahrscheinlich daran ein gewisses Desinteresse“, sagte er. Auch Katharina Bayer kann mit dem Tag der deutschen Einheit wenig anfangen. Sie war zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung noch sehr jung und vermutet, dass es daran liegt.

Eine Marktbesucherin hat das geteilte Deutschland sehr intensiv in West-Berlin miterlebt. „Das getrennte Leben war schrecklich“, erinnert sie sich an die „sehr beklemmende Zeit.“ Inzwischen sei im Umgang mit der Wiedervereinigung eine Normalität eingezogen, die sie sehr positiv empfindet.

Es gebe immer wieder Menschen, die den Wiederaufbau der Mauer fordern. Wenn, dann müsse das auch mit allen Konsequenzen geschehen, doch das wolle doch keiner wirklich. Für sie steht fest: „Letztendlich kommt zusammen, was zusammen gehört.“ wes