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Göttingen Martin Franz gewinnt zum sechsten Mal Niedersächsische Waldarbeitsmeisterschaft
Die Region Göttingen Martin Franz gewinnt zum sechsten Mal Niedersächsische Waldarbeitsmeisterschaft
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00:20 20.07.2018
Martin Franz, Forstwirtschaftsmeister und Leiter der Lehrwerkstatt der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK, hat sechsmal den Niedersächsischen Motorsägen-Cup gewonnen. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Wenn Martin Franz von seinem Arbeitsplatz erzählt, gerät er ins Schwärmen. „Es gibt nichts Schöneres, als morgens in den Wald zu fahren“, sagt Franz. Links der Fuchs, rechts das Wildschwein. „Die Natur ist einfach wunderbar.“ Der Frühlingswald mit seinem frischen Grün, der Herbstwald mit seinen faszinierenden Rot- und Brauntönen.

An diesem Julimorgen ist es kalt. Regentropfen bahnen sich den Weg durch die Baumkronen. In einem Fichtenwäldchen unweit der Billingshäuser Schlucht hat Franz für die Niedersächsische Waldarbeitsmeisterschaft trainiert. Der Boden ist übersät mit Holzspänen. Ein Fichtenklotz ist durchzogen mit exakten Schnitten einer Motorsäge. Franz hat hier für die Disziplinen „Zielfällen“ und „Entasten“ geprobt.

Präzision und richtige Technik

Denn das Fällen eines Baumes ist Maßarbeit. Exakt muss Franz den so genannten Fallkerb in den Stamm sägen. Die Sohle verläuft waagerecht. Das Dach des Fallkerbs muss im richtigen Winkel gesägt werden. Die Fallkerbsehne bildet sich an der Schnittlinie von Fallkerbdach und der Fallkerbsohle. Der so gesägte Fallkerb gibt vor, in welche Richtung der Baum nach dem Fällschnitt fällt. Beim Zielfällen gilt das angepeilte Ziel möglichst genau zu treffen.

Fast so wichtig wie die richtige Technik ist die Ausrüstung. Knapp zehn Kilo wiegt die orangefarbene Motorsäge des schwedischen Herstellers Husqvarna - die Schweden geben Franz Materialunterstützung für seine Wettkämpfe.

Mit zwei, drei kräftigen Zügen wirft Franz den 5,8-PS-starken Motor der Säge an. Mit der Stille in der Billingshäuser Schlucht ist es vorerst vorbei.

Für den Wettkampf kommen serienmäßige Sägen zum Einsatz. Tunen ist aber erlaubt. »Da lässt sich schon noch ein halbes PS rauskitzeln«, sagt Franz. An vielen kleinen Bausteinen, die ineinander greifen, beginne das Feintuning. „Ein bisschen wie Mofa frisieren“, scherzt Franz.

Franz setzt sich gegen 53 Konkurrenten durch

Das Trainieren und Tunen hat sich ausgezahlt: Franz ersägte sich Anfang Juli seinen seit 2003 inzwischen sechsten Titel bei den Niedersächsischen Waldarbeitsmeisterschaft. Die Entscheidung fiel erst mit den letzten Sägespänen: Beim Entastungswettbewerb führte Franz die Motorsäge am schnellsten und trennte die Äste präzise vom Stamm. »Mehr als drei Millimeter dürfen von den Ästen nicht mehr am Stamm sein«, erläutert Franz.

Weitere Disziplinen waren das Zielfällen, Kettenwechseln auf Zeit, Kombinationsschnitte, Präzisionsschnitte. In fünf Disziplinen über zwei Tage hatte Franz gezeigt, wie sicher er sein Arbeitsgerät beherrscht. Er setzte sich gegen 53 Konkurrenten durch.

Martin Franz hat Anfang Juli die Niedersächsische Waldarbeitsmeisterschaft gewonnen. Wieder einmal. Für den Bovender ist es bereits der sechste Landestitel.

Der 54-jährige Franz ist seit 2000 Leiter der Lehrwerkstatt der Fakultät Ressourcenmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in der Göttinger Grisebachstraße. Hier bildet er zukünftige Revierförster praktisch aus: Motoren- und Technikkunde, der Umgang mit der Motorsäge stehen auf ihrem Stundenplan.

»Ich bin kein Bürotyp«

Angefangen hat seine Karriere im Wald vor 37 Jahren: Der gebürtige Weender begann in Ebergötzen eine dreijährige Ausbildung zum Forstwirt. „Das war vor Jahrzehnten“, sagt Franz lachend. „Ich bin kein Bürotyp“, sagt er über sich. Schon als Kind hat er die Tage im Wald verbracht. „Das hat mir Spaß gemacht.“

Heute steht auf seiner Visitenkarte „Forstwirtschaftsmeister und Fachagrarwirt für Baumpflege“. Vor der Übernahme der Lehrwerkstatt war Franz im Forstamt Reinhausen beschäftigt. Die Leitung der Werkstatt an der HAWK sei ein Job gewesen, „der Dir nur einmal im Leben angeboten wird“, sagt Franz.

Er hat die Chance ergriffen. „Die Arbeit macht mir wahnsinnig Spaß“, sagt Franz. Abwechlsungreich sei sie - im Wald, in der Werkstatt, im Unterricht. Und: Heute braucht er nur noch zehn Minuten von seinem Zuhause in Bovenden zum Arbeitsplatz. Auch der Umgang mit den „jungen Leuten“ gefällt ihm. Ihnen sein Wissen über den Wald weiterzugeben noch mehr.

Einer der gefährlichsten Berufe

Sicherheit bei der Waldarbeit ist das Wichtigste. Auch das will Franz weitergeben. Der Job gehöre immer noch zu den gefährlichsten Berufen. Jeder dritte Waldarbeiter verunglücke. Seine Arbeitskleidung ist in leuchtendem Orange und besteht an den gefährdeten Partien aus neun Lagen Schnittschutzgewebe. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, Arbeitshandschuhe, Schutzhelm und Gehörschutz komplettieren die Ausrüstung von Franz. Im Sommer, wie im Winter. Bei der Arbeit, auf Wettkämpfen. „Wir haben auch eine Vorbildfunktion fürs das Publikum“, sagt Franz.

In zwei Jahren will Franz seinen Niedersachsentitel verteidigen. Im nächsten Jahr stehen aber zunächst die Deutschen Meisterschaften in Hannover an.

Von Michael Brakemeier

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