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Göttingen Massenschlägerei zwischen Studenten und Handwerkern in Göttingen
Die Region Göttingen Massenschlägerei zwischen Studenten und Handwerkern in Göttingen
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19:03 23.07.2014
Von Katharina Klocke
Da geht er hin, der Frieden: Aus einem Festplatz wird der Schauplatz einer wüsten Schlägerei. Quelle: EF
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Göttingen

Einen solchen Vorfall entdeckte Tageblatt-Leser Hartmut Biermann beim Betrachten einer alten Zeichnung – geschehen vor exakt 200 Jahren am 24. Juli 1814 Auf der Hufe.

Auf einem Besemann-Stich „Die Feier des Friedens auf der Huve bey Göttingen“ sieht die Szenerie noch friedlich aus: umkränzte Portale, flanierende Menschen, und über all dem schwebt der Schriftzug „Friede“ auf einer großen Tafel. Später jedoch soll das Fest aus Anlass des sogenannten Pariser Friedens nach dem Sturz Napoleons I. mehr als unfriedlich geendet haben: mit einer großen Schlägerei zwischen Studenten und Handwerkern.

Biermann vermutet übermäßigen Alkoholgenuss als Triebfeder für die gegnerischen Gruppen, sich gegenseitig zu verprügeln. Tote soll es nicht gegeben haben, „nur Körperstellen mit dicken Beulen“, berichtet Biermann, der heute in direkter Nachbarschaft  des damaligen Schlachtfeldes am Tulpenweg lebt.

In Kürze erwähnt wird die Massen-Schlägerei auch im zweiten Band der von Ernst Böhme und Rudolf Vierhaus herausgegebenen Chronik „Göttingen – Geschichte einer Universitätsstadt. Autor Jörg H. Lampe schreibt: „Die Unruhen von 1815, 1818 und 1823 erwuchsen wie die Schlägerei von 1814 aus dem traditionellen, von widerstreitenden Ehrbegriffen geprägten Gegensatz von Studenten, Handwerkern und Ordnungskräften.“