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Göttingen Medizinische Flüchtlingshilfe hat große Geldsorgen
Die Region Göttingen Medizinische Flüchtlingshilfe hat große Geldsorgen
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11:46 04.01.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

„Spätestens im Frühjahr stehen wir echt auf dem Schlauch,“ sagte Rainer Neef vom Medi-Netz-Vorstand am Donnerstag dem epd. Der Verein könne dann womöglich keine weiteren Behandlungen oder Medikamente finanzieren.

Medi-Netz betreut nach eigenen Angaben jährlich zwischen 80 und 120 Personen, die keinen Versicherungsschutz haben. „Zu unseren wöchentlichen Beratungen kommen jeweils zwischen zwei und sechs Betroffene“, sagte Neef. In der Vergangenheit erhielt der Verein von der Stadt und vom Landkreis Zuschüsse in Höhe von insgesamt 12.000 Euro im Jahr.

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Die Kommunen hatten die Zuwendungen mit dem Hinweis auf das Projekt „Anonymer Krankenschein“ eingestellt. Dieses niedersächsische Modellvorhaben zur medizinischen Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltspapiere war Anfang 2016 in Göttingen und Hannover angelaufen.

Die Initiative decke aber längst nicht alle Fälle ab, sagte Neef. So hätten Migranten aus EU-Staaten keinen Anspruch auf den anonymisierten Krankenschein. Es gebe für sie zwar eine gesetzliche Notfallversorgung. In der Praxis würden sie aber oft im Krankenhaus abgewiesen oder sollten selbst für die Behandlung bezahlen, was viele aber nicht könnten. Häufig betroffen seien etwa schwangere Frauen aus Osteuropa, die sich ohne Krankenversicherungsschutz in Deutschlands aufhielten.

Um die Arbeit fortsetzen zu können, hat Medi-Netz eine Spendenkampagne gestartet. „An diesem Sonnabend verkaufen wir zum Beispiel Punsch in der Stadt“, kündigte Neef an. Bisher bekomme der Verein rund 10.000 Euro jährlich durch Spenden. Diese Summe müsse „deutlich steigen“. Das Göttinger Medi-Netz, bis 2017 hieß der Verein Medizinische Flüchtlingshilfe, besteht seit 20 Jahren.

Von epd

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