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Göttingen Mehr Interesse an Betreuungsgeld in Göttingen
Die Region Göttingen Mehr Interesse an Betreuungsgeld in Göttingen
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19:19 31.07.2014
Von Matthias Heinzel
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Das Betreuungsgeld wird Familien gezahlt, die sich um ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr selbst kümmern und nicht in Kindertagesstätten geben. Kritisiert wird insbesondere, dass dieses Angebot vor allem durch bildungsferne Schichten in Anspruch genommen werde, was Benachteiligung und soziale Kluft der betroffenen Kinder weiter vergrößere.

In der Stadt Göttingen seien seit der Einführung des Betreuungsgelds bis jetzt insgesamt 345 Anträge gestellt worden, erklärt Stadt-Sprecher Detlef Johannson. 17 davon hätten abgelehnt werden müssen. Zwei seien zudem vor einer Entscheidung zurückgezogen worden. Ende Oktober 2013 hatte es erst 75 Anträge gegeben

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Erheblicher Anstieg der Anträge

Im Landkreis lägen aktuell 475 Anträge auf Betreuungsgeld vor, erklärt Sozialdezernent Marcel Riethig (SPD). Das bedeutet gegenüber Oktober 2013, als 144 Anträge vorlagen, einen erheblichen Anstieg. Riethig schätzt, dass im Landkreis knapp 1000 Kinder mit Anspruch auf Betreuungsgeld leben.

Zum sozialen Hintergrund der Antragsteller gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, da diese Daten nicht erfasst würden. Riethig: „Nach unserem Eindruck kommen sie aber aus allen Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Einkommen oder Bildung.“

Dennoch hält Riethig das Betreuungsgeld „für einen Vorstoß in die völlig falsche Richtung. Anstatt neue individuelle Leistungen bereitzustellen, müsste der Staat dringend mehr Geld investieren in den Ausbau struktureller Bildungsangebote wie beispielsweise Krippe, Kita und Ganztagsschule.“

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