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Göttingen Mehr Schutz für Göttinger Wald – unter Protest von Naturschützern
Die Region Göttingen Mehr Schutz für Göttinger Wald – unter Protest von Naturschützern
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00:21 31.05.2019
Der Göttinger Wald: Künftig ist er besser geschützt, Naturschützern aber geht die Verordnung nicht weit genug. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Der Göttinger Wald, das benachbarte Bratental und die nordöstlichen Hochflächen werden unter Natur- beziehungsweise Landschaftsschutz gestellt. Das haben die Umweltpolitiker des Rates am Dienstagabend einstimmig empfohlen – gegen den Protest der Umweltverbände und Göttinger Naturschutzbeauftragten.

Wenn der Rat im Juni ebenfalls zustimmt, ist eine lange und bisweilen heftige Debatte um den Wert und Schutzwert des Göttinger Waldes abgeschlossen. Verwaltung, Politik, Umweltschützer, Forsteigner, Jäger und Landwirte haben seit eineinhalb Jahren darum gerungen, wie streng dieser Bereich unter Schutz gestellt werden soll. Umweltverbände forderten strengere Vorgaben, Waldbesitzer und zum Teil auch Landwirte wollten starke Einschränkungen für ihre Bewirtschaftung vermeiden.

Hintergrund ist eine Vorgabe der Europäischen Union. Sie baut seit 1992 ein Schutzgebietsnetz auf, um wild lebende Pflanzen- und Tierarten sowie ihre natürlichen Lebensräume zu schützen. Der Göttinger Wald gehört dazu, weil sich hier mehrere schützenswerte Arten und Lebensräume finden. Er ist als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) 138 ausgewiesenen. Formalrechtlich hätte die Stadt dafür bis Ende 2018 eine Verordnung erlassen müssen – die Zeit drängt also.

Einwände von Landesbehörde berücksichtigt

In den vergangenen Monaten haben die Beteiligten darum gestritten, welche Flächen sie unter strengeren Naturschutz und weniger strengen Landschaftsschutz stellen. Herausgekommen ist ein Kompromiss, den am Dienstag Vertreter von SPD, CDU, Grünen und FDP ausdrücklich lobten, auch wenn nicht alle Wünsche hätten erfüllt werden können.

Das beschlossene Papier sieht vor, dass der eigentliche Göttinger Wald und das westlich gelegene Bratental als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden, der Bereich „Nordöstliche Göttinger Hochflächen“ als Landschaftsschutzgebiet. Dabei hat die Verwaltung nach vorausgegangenen Einwänden und mit Blick auf eine Vorgabe des Landes als übergeordnete Behörde allerdings noch einmal Veränderungen vorgenommen. Unter anderem werden jetzt unterschiedliche Erhaltungszustände von Waldflächen, die die Qualität als Lebensraum beschreiben, zusammengefasst und als Durchnittswert erfasst. Besonders wertvolle Flächen werden so abgeschwächt. In der Folge können jetzt vom Forstbetrieb mehr Bäume gefällt werden, als es zunächst möglich war.

Mehr Freiraum für Waldbewirtschaftung

Auch beim Umgang mit Altholz zum Schutz der Fledermausart Großes Mausohr gibt es Änderungen. Und Waldbesitzer haben es nach der jetzt beschlossenen Fassung leichter, eine „ordnungsgemäße Forstwirtschaft und Jagd auszuüben“, erklärte die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Genau diese Änderungen kritisierten die Göttinger Naturschutzbeauftragte, Britta Walbrun, und der Vertreter der Naturschutzverbände im Ausschuss, Günther Joger, scharf. Mit diesen Änderungen verstoße die Verordnung nach Ansicht der niedersächsischen Naturschutzverbände gegen geltendes EU-Recht, so Walbrun. Die Stadt müsse bei der Umsetzung mit Klagen rechnen.

Deutlicher wurde Joger: Er bezeichnete vor allem die Nivellierung der Erhaltungszustände als einen „Taschenspielertrick“, mit dem die Stadt „in unzulässiger Weise“ den geforderten Naturschutz untergrabe.

Abschließend muss der Rat der Stadt die Verordnung beschließen. Er tagt am Freitag, 21. Juni.

Von Ulrich Schubert

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