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Göttingen Zwei Feuerwehrmänner verletzt
Die Region Göttingen Zwei Feuerwehrmänner verletzt
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00:18 26.06.2017
Von Andreas Fuhrmann
Aufräumarbeiten der Dransfelder Feuerwehr Quelle: r
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Göttingen/Südniedersachsen

Schwerpunkte waren nach Angaben von Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr, die Bereiche Duderstadt, Gleichen, Rosdorf und Dransfeld. Auch die Stadt Göttingen war betroffen. In Gleichen verletzte sich nach Angaben von Gloth ein Feuerwehrmann bei einem Sturz, in Duderstadt erlitt ein Feuerwehrmann einen Stromschlag. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben.

In Göttingen liefen einige Keller voll. Sturmschäden wurden nach Angaben von Verwaltungssprecher Detlef Johannson vom Albanifriedhof, Bartholomäusfriedhof und von der Schillerwiese gemeldet. Auch einige Astbrüche wurden verzeichnet. "Es handelt sich fast nur um Grünastbrüche, nicht um Totholz. Das bedeutet, die Astbrüche waren nicht vorhersehbar und sind somit keine Folge fehlerhafter Baumkontrolle oder Baumpflege", so Johannson. Mitarbeiter des Baubetriebshofs seien gefährdete Bereiche wie den Wall abgefahren, um weiteres Gefahrenpotenzial zu ermitteln.

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Von einem Ausnahmezustand sprach Duderstadts Stadtbrandmeister Kai Walter. „Wir hatten 57 Einsätze“, bilanzierte er. Insgesamt seien zwölf Ortsfeuerwehren mit 160 Mitgliedern im Einsatz gewesen. Darüber hinaus übernahm das Deutsche Rote Kreuz mit 15 Mitgliedern die Versorgung.

Nach Walters Angaben habe es sechs umgestürzte Bäume gegeben. „Bei den übrigen Einsätzen handelte es sich um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen“, so der Stadtbrandmeister. Unter anderem standen auch in der Ottobock-Firmenzentrale zwischen 17 und 19 Uhr Teile des Verwaltungsgebäudes und des Logistikzentrums unter Wasser. Wie Sprecherin Anke Behrens mitteilte, hätten die Mitarbeiter aber schnell reagiert und das Wasser mit vereinten Kräften aus den betroffenen Räumen geschöpft. Sofort seien Sicherheitsmaßnahmen getroffen und der Strom vorsorglich abgeschaltet worden. Mit Tauchpumpen und Wassersaugern habe die Werkfeuerwehr schließlich größere Schäden verhindern können. Die Schadenhöhe lasse sich nach den Angaben von Behrens noch nicht abschätzen.

In der Samtgemeinde Radolfshausen traf das Unwetter vor allem Seulingen. In den anderen Orten habe es lediglich bei Waake einen kleinen Einsatz nach einem Blitzeinschlag gegeben, so der stellvertretende Gemeindebrandmeister Felix Jung. „In Seulingen hatten wir insgesamt 15 Einsatzstellen“, so Jung. Dabei hätten in vier Kellern Wasser und Schlamm entfernt werden müssen. „Der Großteil der Einsätze  bezog sich aber auf das Säubern von Straßen und Gulli­schächten“, sagte Jung. Unterstützung erhielten die Seulinger von den Feuerwehren aus Landolfshausen und Falkenhagen. „Insgesamt waren 45 Mitglieder im Einsatz“, berichtet Jung. Parallel übernahm die Feuerwehr Ebergötzen das Beseitigen einer Ölspur auf der Bundesstraße.

In Dransfeld wurde die Führungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde alarmiert - erstmalig, wie Matthias Freter von der Feuerwehr mitteilte. Dort waren insgesamt 93 Einsatzkräfte unterwegs, um Keller leer zu pumpen und Straßen von Schlamm zu befreien. Auch seien Sandsäcke befüllt worden, teilte Freter mit. Beteiligt waren Feuerwehren aus Barlissen, Meensen, Scheden, Dransfeld, Jühnde und Dankelshausen.

Das Unwetter hat auch bei den Landwirten für bange Momente gesorgt. „Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Kreislandwirt Hubert Kellner. So lägen stellenweise Mais, Weizen und Raps flach. „Vielleicht berappelt es sich aber noch“, hofft er. Lediglich die Gerste habe das Unwetter eher unbeschadet überstanden. „Das war aber auch kein normaler Landregen“, so Kellner, der am Abend insgesamt 48 Liter Wasser pro Quadratmeter maß. rf/afu