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Göttingen Mehr als 200.000 Euro Steuern hinterzogen: Bewährungsstrafe für Südharzer Unternehmer
Die Region Göttingen Mehr als 200.000 Euro Steuern hinterzogen: Bewährungsstrafe für Südharzer Unternehmer
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17:00 22.05.2019
Urteil am Göttinger Landgericht: Ein 70-Jhriger ist wegen Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Bad Lauterberg

Nach zweimonatiger Verhandlungsdauer ist jetzt ein Prozess um Steuerhinterziehung gegen ein Ehepaar aus Bad Lauterberg vor dem Landgericht Göttingen zu Ende gegangen. Das Gericht verurteilte den 70 Jahre alten Ehemann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Kammer habe den Unternehmer der Steuerhinterziehung in 66 Fällen sowie der Urkundenfälschung in elf Fällen für schuldig befunden, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Außerdem ordneten die Richter die Einziehung von 209 000 Euro an. So hoch sei der Gesamtschaden, der durch die Straftaten entstanden sei. Die mitangeklagte Ehefrau wurde freigesprochen.

Ehefrau nur „Strohfrau“

Das Gericht folgte damit im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Auch diese kam am Ende der Beweisaufnahme zu dem Schluss, dass die 69-Jährige nur als „Strohfrau“ fungiert und nicht an den Steuererklärungen mitgewirkt habe. Die Verteidigung hatte für die Ehefrau ebenfalls einen Freispruch gefordert. Der Anwalt des 70-Jährigen plädierte für seinen Mandanten auf eine Geldstrafe, wobei dessen wirtschaftliche Verhältnisse berücksichtigt werden sollten.

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Steuern in Höhe von 200 000 Euro

Der Angeklagte war Geschäftsführer einer GmbH, die in der Baubranche tätig ist. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm in ihrer Anklage vorgeworfen, zwischen 2007 und 2014 in insgesamt 66 Fällen durch unrichtige und unvollständige Angaben gegenüber dem Finanzamt in Herzberg Einkommens-, Umsatz-, Gewerbe-, Lohn- und Körperschaftssteuern in Höhe von mehr als 200 000 Euro hinterzogen zu haben. Außerdem habe er sich in elf Fällen der Urkundenfälschung schuldig gemacht, indem er fingierte Rechnungen von Geschäftspartnern erstellt und die Beträge unrechtmäßig als Betriebsausgaben geltend gemacht habe.

Von Heidi Niemann