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Göttingen Göttingen hat mehr kleine Fachgeschäfte als andere Städte
Die Region Göttingen Göttingen hat mehr kleine Fachgeschäfte als andere Städte
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16:27 27.08.2019
Hat vor Kurzem in Göttingen eröffnet: „Erlebnisorientiertes“ Geschäft in der Barfüßerstraße. Quelle: bib
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Göttingen

Der Göttinger Einzelhandel ist im Wandel. Einige Geschäfte ziehen um, einige geben auf, andere eröffnen neu. Doch in Göttingen sind die kleinen, inhabergeführten Läden noch immer deutlich in der Überzahl. Der Anteil der bundesweiten und internationalen Ketten-Geschäfte beträgt laut einer Erhebung des Instituts für Handelsforschung (IFH) aus dem Jahr 2016 rund 30 Prozent. Das heißt, zwei von drei Läden in der Innenstadt sind keine Filialisten, sondern kleine Fachgeschäfte. In anderen Städten der gleichen Größenordnung sind es deutlich mehr Filialisten, die in den Innenstädten zu finden sind – nämlich etwa 40 Prozent, so steht es in der Untersuchung „Vitale Innenstädte”.

477 Ladengeschäfte in der City

Rund 600 Gewerbetreibende sind nach Angaben von Pro City Göttingen in der Innenstadt – innerhalb des Walls – angesiedelt, darunter Handel, aber auch Dienstleister wie Praxen und Kanzleien. Die Industrie- und Handelskammer IHK in Göttingen beziffert die Zahl der Einzelhandelsunternehmen in der Innenstadt – basierend auf der Erhebung aus dem Jahr 2012 - auf 477 Ladengeschäfte. „Rund die Hälfte aller Geschäfte im gesamten Gebiet der Stadt Göttingen liegen innerhalb des Walls”, sagt der Chef der IHK in Göttingen, Martin Rudolph. Auch die IHK verzeichnet einen Trend bei der Entwicklung: „An den Rändern der Innenstadt haben wir mehr und mehr das Thema Wohnen und Dienstleistungen in Ladenlokalen”, sagt er. Läden konzentrieren sich also mehr in den zentralen Lagen.

Gemäß der Untersuchung „Vitale Innenstädte” nehmen die Filialisten aber 70 Prozent der Verkaufsflächen in der Göttinger Innenstadt ein. Das heißt, nur etwa jedes dritte Geschäft in der City gehört zu einer Kette, aber diese Läden sind im Durchschnitt deutlich größer als die inhabergeführten Geschäfte. In anderen untersuchten Städten liegt dieser Wert bei 58 Prozent der Verkaufsfläche.

„Großer Anteil“ eigenständiger Geschäfte

„Wir freuen uns natürlich, dass es in Göttingen noch einen großen Anteil eigenständiger, kleiner Geschäfte gibt”, so Frederike Breyer, Geschäftsführerin der Pro City GmbH. „Das macht ja den besonderen Charme der Göttinger Innenstadt aus”, sagt sie. Dennoch sei es auch wichtig, dass sich große, internationale Ketten in der City ansiedeln. „Diese Geschäfte sind die Frequenzbringer”, sagt Breyer. Kunden, die aus dem Umland kommen, steuern das Oberzentrum häufig wegen dieser großen Geschäfte an. Von der erhöhten Kunden-Frequenz wiederum profitieren dann auch die kleineren Fachgeschäfte. „Ein Geben und Nehmen”, so Breyer.

Der Onlinehandel ist eine Konkurrenz. Quelle: Christina Hinzmann

„Die Fachgeschäfte haben auch in Göttingen mit dem großen Konkurrenten Onlinehandel zu kämpfen”, sagt Breyer. Der Internethandel wachse stetig weiter, jährlich um etwa zehn Prozent. „Deshalb ist für die Göttinger Händler eine gute Erreichbarkeit und eine hohe Aufenthaltsqualität absolut notwendig”, sagt sie. Dazu komme aber auch, ein besonderer Service am Kunden. Die Geschäfte müssten, so Breyer, um zu überleben, gute Rahmenbedingungen vorfinden.

„Erlebnisorientiert“ im Trend

Bei den Neueröffnungen sei in Göttingen zudem ein Trend zu beobachten: „Die neuen Geschäfte sind eher erlebnisorientiert denn einfach klassischer Handel”, sagt Breyer. Beispiele dafür seien der kürzlich eröffnete Shop für Keramik zum Selberbemalen „Paint your style” und der Spiele- und Figurenladen „Warhammer”.

„Das besondere Geschäft in der Seitenstraße“: Neue Sprecherin

Ariane Bernecker vom Geschäft „Drachenladen“ ist neue Sprecherin der Initiative „Seitenstraße“ in der Göttinger Innenstadt. Sie hat die Funktion jetzt übernommen und teil sich die Aufgabe mit Dietmar Graf (Geschäft Tavola). Im Arbeitskreis Seitenstraße seien derzeit 35 Mitgliedsgeschäfte zwischen Haupt-Fußgängerzone und Wallbereich vertreten, teil Bernecker mit.

„Diese Lage ist immer Manko und Vorteil zugleich – abgelegen, aber erreichbar. Ein buntes Biotop zwischen Baum und Borke,“ so Bernecker. Die Initiative treibe zur Zeit das Thema Parkplätze in der City um. Während des jüngsten Treffens sei die viel diskutierte Änderung von der Zufahrt zum Citybereich innerhalb des Walls und der drohende Verlust von bis zu 200 Parkplätzen diskutiert worden. „Zwar begrüßen wir die Aussicht auf die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, fürchten aber radikale Einbrüche der Besucherzahlen und -frequenz durch Sperrung und Abhängung der Straßen“, teilt der Arbeitskreis mit. Die Sperrung betreffe vor allem Besucher aus der Regionen mit einer Anfahrt von zehn bis 70 Kilometern. Das, so fügt Graf hinzu, seien internen Zählungen zufolge rund 60 Prozent der Kunden, Patienten, Konzert- und Theaterbesucher.

Der Arbeitskreis Seitenstraße erwartet „eine ausgeglichene Berücksichtigung von Umwelt-, Gesellschaft- und Wirtschaftsaspekten“. Die Stadtverwaltung solle Vorschläge erarbeiten, wie die Folgen dieser Verkehrsänderungen für die Einbindung der Stadt in die Region einzuschätzen und welche Maßnahmen zum Ausgleich geplant sind. „Ohne weitreichende Ersatzlösungen sehen wir die Zukunft sehr gefährdet“, so Bernecker.

Von Britta Bielefeld

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