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Göttingen Mehrere Interessenten für Windpark im Leinetal
Die Region Göttingen Mehrere Interessenten für Windpark im Leinetal
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19:27 30.09.2011
Von Jürgen Gückel
Energielieferant Windrad: Gleich mehrere Windparks sind in der Gemeinde Rosdorf geplant. Quelle: Hinzmann
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Rosdorf

Bis zu acht Windräder mit einer Leistung von je drei Megawatt und einer Nabenhöhe von 85 Metern könnten es werden. Mit 101 Metern Flügelspannweite (Hersteller Enercon) wären die Anlagen höher als der Kölner Dom (185 Meter).

Das wäre nicht der einzige potenzielle Windpark im Gemeindegebiet. Vattenfall plant bereits Windräder südlich von Volkerode (Tageblatt berichtete). Außerdem gibt es eine Vorprüfung für weitere Anlagen westlich von Volkerode.

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Die Gemeinde Rosdorf gehört zu jenen, die bisher auf die Ausweisung einer Windenergie-Vorrangfläche verzichtet haben. Allerdings besteht ein Aufstellungsbeschluss für die Einrichtung einer solchen Fläche. Die bis zu 60 000 Euro teure Prüfungen, welche Flächen geeignet sind und für Windparks festgelegt werden, laufen und könnten im Herbst 2012 beendet sein. Bis dahin gilt eine Veränderungssperre. Die Gemeinde kann und werde keine Anträge behandeln, sagt Bürgermeister Harald Grahovac (SPD), ehe der F-Plan nicht geändert ist. Es gelte, die Planungshoheit zu behalten und „Verspargelung zu vermeiden“.

Die beiden Interessenten für die Fläche im Leinetal sind immerhin bereits offensiv geworden. Beide Projektierer, die Windkraft Nord (WKN) aus Husum und die Prokon Energiesysteme aus Itzehoe, haben sich in Informationsveranstaltungen mit den Grundstückseigentümern getroffen und von diesen wegen „akzeptabler Pachtvorstellungen“ positive Rückmeldungen erhalten. Drei Landwirte aus Rosdorf, Sieboldshausen und Mengershausen sollen die Verhandlungen weiterführen. Landvolk wie Gemeinde mahnen aber, keine Verträge abzuschließen, ehe der F-Plan verabschiedet ist. Eine der Firmen, WKN, macht auf Tageblatt-Anfrage deutlich, man wolle nur im Einvernehmen mit der Gemeinde planen. In beiden Unternehmen sind sowohl Anlagen in Eigenregie, solche in Finanzierung durch Großinvestoren sowie Bürgerwindparks mit Beteiligung örtlicher Anleger möglich. Der Standort östlich von Mengershausen, so ein Sprecher der WKN, sei „positiv geprüft“ worden, also ausreichend windhöffig wie auch emissionsrechtlich unproblematisch. Den alternativ geprüften Standort südlich von Volkerode schließt WKM wegen Natur- und Landschaftsschutz-Problemen aus.

In Mengershausen haben sich unterdessen Bürger getroffen und sich bereits gegen das Projekt ausgesprochen. Der Ort sei durch ICE-Trasse, Autobahn, zwei Rastanlagen, eine Biogasanlage, zwei neue A-7-Abfahrten, vier Überlandleitungen, die geplante 380-KV-Leitung und drei Mobilfunk- sowie eine Polizeifunkantenne „schon ausreichend belastet“.