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Göttingen Drei Verletzte bei Brand in Groner Landstraße
Die Region Göttingen Drei Verletzte bei Brand in Groner Landstraße
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17:28 21.01.2019
In einem Mehrfamilienhaus an der Groner Landstraße ist am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen. Quelle: Heller
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Göttingen

 Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Groner Landstraße in Göttingen sind am Sonntagabend drei Personen verletzt worden. Gegen 19.45 Uhr löste die Brandmeldeanlage des Hochhauses aus. Die Berufsfeuerwehr rückte mit Haupt- und Klinikumswache aus, alarmierte aber nach Angaben von Sprecher Frank Gloth sofort nach: Die Freiwilligen Feuerwehren Mitte und Grone unterstützten, sodass schließlich rund 40 Kräfte im Einsatz waren.

Dutzende Schaulustige

Beim Eintreffen der Feuerwehr habe eine Wohnung im vierten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses an der Groner Landstraße 9 lichterloh in Flammen gestanden. Die Lage sei unübersichtlich gewesen, nicht nur, weil die Polizei den Bereich absperren musste, um ihn vor Dutzenden Schaulustigen zu schützen. Auch gestaltete sich der Einsatz schwierig, da die Drehleiter in dem engen Innenhof, zu dem die Wohnung liegt, nicht verwendet werden konnte. Stattdessen mussten Feuerwehrleute mit Atemschutz in das Haus, um Menschen vor Flammen und Rauch zu retten.

Bei einem Feuer an der Groner Landstraße sind am Sonntagabend mehrere Menschen verletzt worden.

Kinder unter den Verletzten

Etwa eine Stunde nach Alarmierung der Feuerwehr konnte ein Sprecher die genaue Anzahl der verletzten Menschen noch nicht beziffern, die Rede sei von 11 oder 12, sagte er. Darunter befänden sich auch Kinder, möglicherweise im Säuglingsalter. Rund 30 Minuten später gestaltetet sich die Lage dann langsam übersichtlicher: 14 Betroffene mussten notärztlich behandelt werden, mindestens drei mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Unter den Behandelten waren fünf Kinder, darunter ein Säugling. Eine Person, die zunächst als vermisst galt, konnte gefunden werden, war allerdings nicht ansprechbar.

Stadtbus als Notunterkunft

Um die Menschen aus der ausgebrannten Wohnung und den anliegenden Apartments schnell in Sicherheit zu bringen und vor der Kälte zu schützen, wurde ein Stadtbus eingesetzt, so Gloth. Um Notunterkünfte kümmere sich das Sozialamt, das ansässige Hostel habe angeboten, Menschen aufzunehmen. Die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, liege zum Innenhof des Gebäudes und sei vollends ausgebrannt. Insgesamt neun Appartements sind durch Rauch und Wasser in Mitleidenschaft gezogen und aktuell nicht bewohnbar. 

Update Montag, 12 Uhr 

Am Montagvormittag beziffert Feuerwehr-Sprecher Frank Gloth die Anzahl der rettungsdienstlich gesichteten Personen auf 29. Drei, teils schwer verletzte, Personen wurden mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Aus dem brennenden Gebäude hat die Feuerwehr zehn Personen gerettet. 

In dem bereitgestellten Stadtbus konnten zunächst etwa 15 Personen Schutz vor der Kälte finden, lediglich für zwei Personen musste eine Notunterkunft gefunden werden. Die übrigen Betroffenen hatten privat unterkommen können. 

Um 21.43 meldete die Feuerwehr das Feuer als aus, um 22.46 Uhr übergaben die Einsatzkräfte das Gebäude an den Hausmeister. 

Alarmiert wurden die Einsatzkräfte über die Brandmeldeanlage im Gebäude. Sprecher Gloth nennt es bemerkenswert, dass nach seinem Kenntnisstand kein Notruf über die 112 eingegangen ist, obwohl viele Menschen dem Brand vor Ort beiwohnten. 

Glück im Unglück

Bei der Kontrolle der an die Brandwohnung angrenzenden Appartements wurde ein älterer Herr aufgefunden, der sich nicht mehr selbst hatte bemerkbar machen können. Der mutmaßlich schwer erkrankte Mann konnte versorgt und in ein Krankenhaus überführt werden. 

Zur Schadenshöhe und Ursache des Feuers konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Von Nadine Eckermann und Claudia Bartels