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Göttingen Mietpreissteigerung setzt sich in Göttingen fort
Die Region Göttingen Mietpreissteigerung setzt sich in Göttingen fort
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14:10 17.11.2018
Nicht nur die Innenstadt ist für Mieter in Göttingen zunehmend ein teures Pflaster. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

10,05 Euro pro Quadratmeter beträgt nach Angaben von Michael Mießner vom Geographischen Institut die durchschnittliche Nettokaltmiete 2018. Dabei ist eine Steigung von 0,7 Prozent zu verzeichnen, die im Vergleich zum vergangenen Jahr allerdings verlangsamt ist. Um mehr als ein Viertel stiegen die Angebotsmieten in den letzten fünf Jahren.

Wegen der geringen Wohnungsgrößen in der Nordstadt, beträgt in diesem Stadtteil der durchschnittliche Mietpreis 12,50 Euro pro Quadratmeter und zählt damit zu den höchsten Angebotsmietpreisen. Auch Weende, die Innenstadt und das Ostviertel sind Stadtteile, die überdurchschnittliche hohe Mieten verzeichnen.

Mietpreise für Ein- und 1,5-Zimmer-Wohnungen stagnieren

Nach Mießner stagnieren die Mietpreise für Ein- und 1,5-Zimmer-Wohnungen. Allerdings sind die Mieten bei Zwei- und Mehr-Zimmer-Wohnungen deutlich angestiegen: von rund 9 Euro pro Quadratmeter auf 9,36 Euro pro Quadratmeter (plus 3,7 Prozent). Der daraus resultierende Schluss ist, dass die steigenden Mietpreise nun auch Paare und Familien verstärkt betreffen.

Mießner betont, dass somit in Zukunft eine noch breitere Bevölkerungsschicht betroffen ist als zuvor. Insbesondere in der Weststadt (16,8 Prozent) und in Nikolausberg (rund 13 Prozent) sind die Mieten für Zwei- und Mehr-Zimmer Wohnungen gestiegen. Mießner stellt fest, dass die Weststadt auch bei den absoluten Mietpreissteigerungen vorne liegt.

Vonovia als Trendsetter der Mietpreisentwicklung in der Weststadt

Besonders starke Mietpreiserhöhungen gab es bei Vonovia. Deren durchschnittlicher Mietpreis lag in der Weststadt im vergangenen Jahr bei 7,83 Euro pro Quadratmeter, nun liegt er bei 8,89 Euro pro Quadratmeter. Andere Vermieter richteten sich nach Angaben von Mießner zunehmend an die Mietpreise von Vonovia, dessen Werte bereits im vergangenen Jahr überdurchschnittlich war. Die Mietpreise haben sich demnach in der Weststadt durch die Steigerungen von Vonovia allgemein erhöht. Mießner spricht über Vonovia als Trendsetter der Mietpreisentwicklung in der Weststadt.

Hohe Steigerungen auch in Nikolausberg

Ein weiterer Trend, der sich bereits in den vergangenen Jahren abzeichnete, setzt sich laut Mießner fort. Die Stadtteile mit vergleichsweise geringen Mietpreisen verzeichnen die höchsten Mietpreissteigerungen. Bezeichnend ist erneut die Weststadt, die seit 2013 einen relativen Mietpreiszuwachs von über 40 Prozent vorweist und auch im absoluten Vergleich mit einer Mietpreissteigerung von 2,70 Euro den anderen Stadtteilen vorweg ist. Um 2,13 Euro pro Quadratmeter auf 8,80 Euro pro Quadratmeter (31,9 Prozent) steigen die Mieten vom Nikolausberg.

Anteil günstiger Wohnungen sinkt

Ebenfalls in den Beobachtungen des Geographischen Instituts enthalten sind die Mietpreissegmente, die nach Mießner insbesondere im günstigeren Bereich geringer wurden. Lediglich 9 Prozent der Zwei- und Mehr-Zimmer-Wohnungen haben im günstigen Mietpreissegment einen Preis von sieben Euro pro Quadratmeter. 2013 konnten in diesem Bereich laut Mießner noch 32 Prozent verzeichnet werden. Ähnliches gilt für das mittlere Mietpreissegment, das bei sieben bis neun Euro pro Quadratmeter liegt und von knapp 50 Prozent auf rund 32 Prozent verringert ist.

Eine gegenteilige Entwicklung gibt es allerdings beim hohen Mietpreissegment, dass bei neun bis elf Euro pro Quadratmeter liegt und seit 2013 von 18 Prozent auf 40 Prozent angestiegen ist. Wohnungen mit einem Mietpreis von mehr als elf Euro pro Quadratmeter machen nach Angaben von Mießner aktuell bereits 17 Prozent aus.

Soziale städtische Wohnungs- und Baupolitik gefordert

Das Geographische Institut verweist mit Blick auf die genannten Ergebnisse auf die Notwendigkeit einer sozialen städtischen Wohnungs- und Baupolitik, die der sich fortsetzendem Verringerung des Niedrigpreissegments entgegenstellt und bezahlbaren Wohnraum gewährleistet. Das „Kommunale Handlungskonzept zur Schaffung und Sicherung von bezahlbaren Wohnraum in Göttingen“ ist aus Sicht des Instituts nicht geeignet, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Die Schwerpunkte des Konzepts sind die Einführung einer 30-Prozent-Quote für bezahlbaren Wohnraum bei Neubauprojekten und die Anreizförderung zum Ankauf von Belegungsrechten.

Von Lisa Hausmann

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