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Göttingen Millionenbetrug mit Kfz-Rabatten beschäftigt erneut den Bundesgerichtshof
Die Region Göttingen Millionenbetrug mit Kfz-Rabatten beschäftigt erneut den Bundesgerichtshof
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00:24 07.04.2019
Im Prozess um einen Millionenbetrug mit Kfz-Rabatten hat ein Mitangeklagter erneut Revision gegen Göttinger Landgerichtsurteil eingelegt Quelle: dpa
Göttingen

Ein mitangeklagter 57-jähriger Autohändler aus dem Vogtland hat jetzt auch gegen das zweite Urteil des Landgerichts Revision eingelegt, so dass sich der Bundesgerichtshof (BGH) erneut mit dem Fall beschäftigen muss.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen hatte den Autohändler aus Adelebsen im Januar 2018 wegen Betruges in 85 Fällen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der mitangeklagte Autohändler aus dem Vogtland erhielt wegen Betruges in 23 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Beide legten gegen das Urteil Revision ein, mit unterschiedlichem Erfolg: Der Bundesgerichtshof verwarf die Revision des Adelebser Autohändlers, so dass dessen Verurteilung rechtskräftig wurde. Beim 57-jährigen Mitangeklagten bestätigte der BGH lediglich den Schuldspruch, nicht aber die Strafhöhe, so dass das Landgericht erneut über dessen Fall verhandeln musste.

Autohändler muss wieder in Haft

Am Ende des zweiten Prozesses verurteilte die Kammer den 57-Jährigen erneut zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten, von denen zwei Monate bereits als vollstreckt gelten. Nach Angaben einer Justizsprecherin wurde in diese Strafe auch ein früheres Urteil des Amtsgerichts Plauen einbezogen. Das neue Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte dagegen auf eine niedrigere Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren plädiert. Da der 57-Jährige auch diesmal Revision eingelegt hat, landet der Fall nun zum zweiten Mal vor dem BGH.

Hochspekulative Kapitalanlagen

Der Adelebser Autohändler hatte diverse Kaufverträge über neue, meist hochwertige Kraftfahrzeuge angeboten. Den Kunden wurden darin Rabatte von bis zu 30 Prozent auf den jeweiligen Listenpreis unter der Bedingung eingeräumt, dass sie mit dem vollen Kaufpreis oder mindestens einer erheblichen Anzahlung in Vorleistung treten. 85 Kunden hatten sich auf das Angebot eingelassen und bei Vertragsschluss entsprechende Vorabzahlungen geleistet. Der Autohändler verfügte jedoch gar nicht über die notwendigen Verbindungen, um solche hohen Rabatte erzielen zu können. Stattdessen verwendete er einen Großteil des eingezahlten Geldes für hochspekulative ausländische Kapitalanlagen mit dem Risiko eines – später dann auch eingetretenen – Totalverlusts. Insgesamt soll ein Schaden von 2,5 Millionen Euro entstanden sein.

Der 57-Jährige soll einen Teil der Kaufvertragsabschlüsse für den Adelebser Autohändler über seine Firma im Vogtland vermittelt und auch die weitere Abwicklung übernommen haben. Der von ihm mitverursachte Schaden soll laut Anklage 980 000 Euro betragen.

Keine Verbindung zu Awad

Das Göttinger Tageblatt hat im Bericht vom 5. April über den Prozess gegen einen Autohändler aus Adelebsen berichtet. In dem Beitrag ging es darum, dass Mitangeklagte des Adelebsers erneut erneut Revision gegen Göttinger Landgerichtsurteil eingelegt hat: Der Mann muss eine Gefängnisstrafe antreten. Es handelt sich bei dem Hauptangeklagten Mann aus Adelebsen nicht um den in Adelebsen tätigen Walid Awad vom Autohaus Awad. Herr Awad legt Wert auf die Feststellung, dass er in keiner Weise mit dem Prozess in Verbindung zu bringen ist.

Von Heidi Niemann

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