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Göttingen Mit Arglist zum Doktortitel
Die Region Göttingen Mit Arglist zum Doktortitel
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21:58 21.09.2014
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Das Gericht hatte kürzlich ihre Klage gegen den Entzug ihres Doktorgrades durch die Universität Regensburg zurückgewiesen. Jetzt muss der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München entscheiden, ob er die Berufung zulässt.

Die Zahnärztin ist die Ehefrau des Transplantationschirurgen, der sich derzeit wegen versuchten Totschlages in elf Fällen und vorsätzlicher Todesfolge in drei Fällen vor dem Landgericht Göttingen verantworten muss. Ihre Dissertation befasste sich, wie auch schon die Doktorarbeit ihres Mannes, mit Behandlungsstrategien beim Leberkrebs.

Im Dezember 2012 erklärte die Uni Regensburg ihre Promotionsprüfung nachträglich für nicht bestanden und nahm die Verleihung des Doktorgrades zurück.

Arglistige Täuschung

Inzwischen hat das Verwaltungsgericht Regensburg sein schriftliches Urteil veröffentlicht, das deutlicher kaum ausfallen könnte. Die Zahnärztin habe die Verleihung des Doktortitels durch arglistige Täuschung bewirkt, indem sie den falschen Eindruck erweckt habe, dass ihrer Doktorarbeit eine eigene gedankliche Leistung zugrunde liege. Sie habe in erheblichem Umfang Textabschnitte und empirische Daten aus der Doktorarbeit ihres Ehemannes übernommen.

Der Erstgutachter der Arbeit, der Leiter der Chirurgie an der Uni-Klinik Regensburg, hatte erklärt, dass die Betreuung der Doktorarbeit nicht durch ihn persönlich, „sondern durch einen sogenannten Betreuer“ erfolgt sei. Dies sei der Ehemann der Zahnärztin gewesen, der später Leiter der Transplantationschirurgie am Uni-Klinikum in Göttingen wurde.

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