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Göttingen Mit dem Handy am Ohr auf frisiertem Mofa
Die Region Göttingen Mit dem Handy am Ohr auf frisiertem Mofa
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20:00 30.08.2011
Von Andreas Fuhrmann
Ist der Roller frisiert? Die Kontrolle auf dem Rollenprüfstand der Polizei bringt Klarheit.
Ist der Roller frisiert? Die Kontrolle auf dem Rollenprüfstand der Polizei bringt Klarheit. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Das Mofa des Spitzenreiters brachte es bei der Überprüfung auf eine Endgeschwindigkeit von 52 Kilometer pro Stunde und war damit mehr als doppelt so schnell als die erlaubten 25 Kilometer pro Stunde. Zudem hatte der junge Mann während der Fahrt mit dem Handy telefoniert. Gegen alle sechs Fahrer, darunter Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene, wurde Strafanzeige gestellt. Zwei 15-Jährige mussten von ihren Eltern von der Wache abgeholt werden.

An der Kontrolle waren neben 15 Beamten verschiedener Dienstzweige der Polizeiinspektion (PI) Göttingen auch 20 Studenten der Polizeiakademie Hann. Münden im Einsatz. Zivilstreifen fischten verdächtige Kleinkraftradfahrer aus dem Verkehr. Sie und ihre Gefährte wurden dann mit einem Transporter zum Parkplatz Stadtfriedhof an der Jheringstraße gebracht. Hier ermittelten die Beamten auf einem speziellen Rollenprüfstand mit Computertechnik die genaue Höchstgeschwindigkeit der Mofas und Roller.

Mit Kontrollen wie dieser wolle man zweierlei erreichen, sagte der Einsatzleiter, Polizeioberkommissar Jörg Arnecke. Zum einen wirke man präventiv auf die meist jungen Verkehrsteilnehmer ein und führe ihnen in Gesprächen vor Augen, wie gefährlich es sei, ein frisiertes Kleinkraftrad zu fahren. Zum anderen wolle man die Unfallzahlen weiter senken. So verletzten sich allein im Jahr 2010 im Bereich der PI Göttingen mehr als 100 motorisierte Zweiradfahrer bei Verkehrsunfällen. Das seien zwar gut 30 weniger als noch im Jahr 2009, sagte Arnecke, „diesen positiven Trend wollen wir aber weiter forcieren.“

Neben der Höchstgeschwindigkeit kontrollierten die Beamten auch den Zustand der Mofas und Roller. Hierbei wurden an acht Kleinkrafträdern Mängel wie abgefahrene Reifen oder defekte Lichter festgestellt. Den Zivilstreifen fiel bei ihrem Einsatz überdies auch das Fehlverhalten einiger Autofahrer auf. So wurden elf Verstöße gegen die Anschnallpflicht, sechs gegen das Handyverbot am Steuer und ein Rotlichtverstoß geahndet.