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Göttingen Mit vielen Aktiven: „Wir machen alles selber“
Die Region Göttingen Mit vielen Aktiven: „Wir machen alles selber“
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06:16 27.07.2012
Hoch hinaus in Settmarshausen: Die Arbeitsgemeinschaft Freibad im TSV hat mit dem Freibadfest den 60. Geburtstag des Bads gefeiert.
Hoch hinaus in Settmarshausen: Die Arbeitsgemeinschaft Freibad im TSV hat mit dem Freibadfest den 60. Geburtstag des Bads gefeiert. Quelle: Heller
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Göttingen

Auch für andere Freibäder in der Region gibt es Fördervereine. Einige von ihnen und ihre Ziele und Aktionen werden an dieser Stelle vorgestellt.

Ende der 80er-Jahre stand das Freibad Dahlenrode kurz davor, geschlossen zu werden. Doch der Förderverein half, jetzt ist die Schließung vom Tisch. 2008 und 2009 wurde das kleine Bad komplett saniert.

Badeaufsicht und Beach-Party

„Wir machen alles selber“, sagt Ortsbürgermeister Manfred Schrickel (FWG) für den Förderverein mit einem harten Kern von vier Aktiven. Beim Saubermachen seien zehn bis zwölf Leute dabei. Für die Badeaufsicht allerdings werde für jede Saison jemand eingestellt. In den Ferien plant der Förderverein am Sonntag, 12. August, ab 14 Uhr eine Beach-Party.

Der Förderverein Ratsburgbad Reyershausen wurde 2005 vom früheren Ortsbürgermeister Udo Riemann (SPD) ins Leben gerufen. Einen aktuellen Anlass zur Gründung wie in Dahlenrode habe es in Reyershausen nicht gegeben, erzählt er. Als Ziele des Vereins benennt er die Förderung von Schwimmlehrgängen und die Wiederbelebung eines Schwimmangebots für Kinder. Mittlerweile habe der Sportverein Tuspo Reyershausen vieles übernommen. In diesem Jahr hat der Förderverein eine neue Wippe gespendet: Kostenpunkt 1200 Euro. Auch die jährliche Beach-Party habe der Verein mit 51 Fördermitgliedern wieder organisiert.

Sommerfest am 28. Juli

Rund 230 Mitglieder hat der Förderverein Erlebnisbad Dransfeld. Sie alle sollen laut Satzung mithelfen, die Schließung des Bades zu vermeiden und die Attraktivität des 52 Jahre alten Waldschwimmbads zu verbessern. Stammgäste aus dem Umland bis nach Northeim, Einbeck und Duderstadt sind dem Schwimmmeister schon jetzt bekannt. Am ersten Donnerstag jeden Monats treffen sich die Förderer zum Stammtisch in der Gaststätte Torte’s Inn. Ein Sommerfest ist am Sonnabend, 28. Juli, ab 15 Uhr im Freibad vorgesehen.

Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es den Förderverein Freibad Hardegsen, im Februar 2011 wurde er gegründet. „Man munkelte nur so ein bisschen herum“, sagt der Vorsitzende Hans-Jürgen Erkert. „Es bildete sich eine Bürgerinitiative, ein Rundruf wurde veröffentlicht und plötzlich waren es 100 Leute“. Rund 220 Menschen machen jetzt beim Förderverein für das Freibad mit, das vor rund 80 Jahren aus einem Feuerlöschteich entstand. Wegen des schönen Wetters hat das Hardegser Freibad am Donnerstag und Freitag, 26. und 27. Juli, bis 20 Uhr und am Sonnabend, 28. Juli, bis 21 Uhr geöffnet. Am Sonnabend, 18. August, veranstaltet der Förderverein einen Familien-Badespaß.

Neue Wasserspielgeräte

„Wir halten das Bad sauber“, erklärt Erkert. Ohne festgelegte Arbeitseinsätze seien schnell zehn Leute zum Unkrautjäten gefunden, jeder tue die Arbeit, wann er könne. Lediglich das Rasenmähen werde von der Gemeinde erledigt. Damit die Jugendlichen nicht nur im Wasser toben können, will der Förderverein langfristig ein Beachvolleyballfeld und ein Badminton-Netz auf dem Gelände einrichten. Erkert freut sich auch über kleinere Spenden. Mit 160 Euro, die der Förderverein gerade in der vergangenen Woche erhalten hat, sollen Wasserspielgeräte angeschafft werden.

Der Förderverein Freibad Nikolausberg wurde im März 2002 gegründet, weil das Bad aufgrund von Unfallverhütungs- und Hygienevorschriften nicht mehr hätte betrieben werden dürfen. „Wir haben das Thema selbst in die Hand genommen und quasi ein neues Becken gebaut“, erzählt der Vereinsvorsitzende Uwe Maier. Der Förderverein mit rund 90 Mitgliedern sammle Geld und organisiere mit dem Nikolausberger Sportverein als Betreiber Sanierungsmaßnahmen und Arbeitseinsätze. „Mittlerweile haben wir über 180 000 Euro in das Bad investiert“, sagt Maier. „Es gibt viele Dauer- und Einzelspender.“ Im Juni hat der Förderverein seinen zehnten Geburtstag mit einer Poolparty gefeiert. Im Vorfeld  hatte der Verein eine Stützwand für das Soccerfeld gebaut, ein neues Fangnetz installiert und eine neue Rutsche angeschafft.

Neueröffnung 2006

„Unser Freibad wird nicht von einem Förderverein betrieben, sondern ist eine Abteilung unseres Sportvereins, des TSV Settmarshausen“, erklärt Frank Köhne von der Arbeitsgemeinschaft Freibad. Anfang  Juli hat sie das Freibadfest bestritten und damit auch den 60. Geburtstag des Bades gefeiert. Nicht nur schwimmen, sondern auch klettern und vieles mehr konnten die Besucher an diesem Tag. Eine Animationsgruppe aus Kassel sorgte für Stimmung.

Für das Freibad Reiffenhausen wurde vor acht Jahren im TSV der Arbeitskreis Schwimmbad ins Leben gerufen. Immer wieder sei seit Ende der 90er-Jahre die Schließung im Gespräch gewesen. Doch die Gemeinde entschloss sich 2004 zur Sanierung des Bades für rund 600 000 Euro. Mit Unterstützung des Landkreises Göttingen und Fördermitteln aus dem EU-Programm „Leader plus“ konnte dieses Projekt verwirklicht werden. 2006 wurde das Bad neu eröffnet.

25 Rettungsschwimmer

Wesentliche Aufgaben hat die Gemeinde als Betreiber an die Bürger übertragen. 25 Rettungsschwimmer haben die nötigen Scheine erworben, der TSV organisiert den Badebetrieb mit Badeaufsicht und Kioskbetrieb sowie die Pflegemaßnahmen auf dem Gelände. Die Gründung eines Fördervereins sei nicht geplant, da der Arbeitskreis gut im Sportverein integriert sei, sagt der Vorsitzende Lothar Schuldreich. Im kommenden Jahr wird das Waldschwimmbad 60 Jahre und der TSV feiert sein 90-jähriges Bestehen. Zu dem Doppel-Geburtstag soll es ein großes Schwimmbadfest geben.

Von Ute Lawrenz

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