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Göttingen Mit zwölf Auto geklaut, mit 14 in Haft
Die Region Göttingen Mit zwölf Auto geklaut, mit 14 in Haft
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18:59 01.11.2011
Von Jürgen Gückel
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Göttingen

So hat es der psychiatrische Sachverständige dem Gericht erläutert. Der Psychiater Georg Stolpmann stellte in seinem Gutachten keine schwere seelische Abartigkeit bei dem Angeklagten fest. Er fand auch keine Hinweise für eine erhebliche Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit.

Angeklagt ist der 30-Jährige, weil er in der Nacht zum 26. Januar den 34-Jährigen, den er als seinen „Lakaien“ betrachtete, derart brutal zusammengeschlagen und -getreten hat, dass er an den Verletzungen starb. Der 30-Jährige soll jede Hilfe für den Sterbenden unterlassen haben. Mitangeklagt ist auch ein 23-Jähriger, der die Misshandlungen nicht verhindert hatte und dem Opfer ebenfalls keine Nothilfe leistete.

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Nach Darstellung des Gutachters ist der teils im Heim aufgewachsene Angeklagte, der die Sonderschule besucht hat, bereits früh straffällig geworden. Mit zwölf Jahren stahl er erstmals ein Auto. Mit 14 wurde er als Intensivtäter in Jugendhaft genommen – fünf Jahre lang. Freundschaften sei er aus Angst vor Verlust nie eingegangen, Partnerschaften und Anstellungen seien allerdings erstaunlich konstant gewesen. Mit einer Frau hat er drei, mit der letzten Partnerin ein Kind.

Nach Ende dieser Beziehung sei er zunehmend drogenabhängig geworden – von Cannabis, aber auch von Koks und Heroin, deren Konsum durch die Nase er aber durchaus noch kontrolliert habe. Die ihm zur Last gelegte Gewalttätigkeit, so Stolpmann, habe er nicht im Zustand einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung im Affekt begangen, denn schließlich habe er gegen den Mann auch vorher vielfach Gewalt angewendet. Dieser sei von ihm dominiert und für Drogengeschäfte ausgenutzt worden und habe sich trotz der Gewalt auch in homoerotischer Zuneigung an ihn gehängt.