Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Goldgelber Saft aus dem Most-Express
Die Region Göttingen Goldgelber Saft aus dem Most-Express
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 27.09.2016
Von Michael Brakemeier
Arbeiten an der mobilen Mosterei.
Arbeiten an der mobilen Mosterei. Quelle: CR
Anzeige
Göttingen

In Säcken, Kisten, Eimern und Tüten gestapelt standen die Äpfel, mal grün, mal leuchtend rot, vor dem Most-Express. Wünsche und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, die Früchte zu goldfarbenen, naturtrüben Saft zu pressen. Die Schlange vor dem Mobil war entsprechend lang.

Unter den Wartenden war auch Martin Groth aus Moringen. Etwa 100 Kilo Äpfel von den eigenen Bäumen, darunter die Sorte Roter Berlepsch, hat er in Wannen und Eimern angeliefert. »Ich schätze, das werden so 75 bis 80 Liter«, sagt er. Apfelsaftvorrat für ein Jahr sei das. Die mobile Presse habe zwei Vorteile gegenüber anderen Mostereien, erklärt Groth. Zum einen sei hier garantiert, dass man tatsächlich den Saft der eigenen Äpfel bekommen. Zum anderen entfalle, das zur besseren Haltbarkeit nötige mühsame Erhitzen des Saftes zu Hause. Das erledigt die Presse von Wünsche gleich mit.

Größter Apfellieferant war am Sonnabend aber die Jacobi-Kirche selber.  15 Ehrenamtliche, so erzählt Pastor Harald Storz, hätten die vergangenen zwei Tage Äpfel auf der gemeindeeigenen Steuobstwiese am Sommerberg bei  Elliehausen rund drei Tonnen Äpfel geerntet. Storz recht mit mehr als 1800 Liter Saft, die die Gemeinde zur Aufbesserung der Gemeindekasse verkaufen will - fünf Liter für zwölf Euro. Inzwischen habe sich mit dem CVJM in Göttingen ein Großabnehmer gefunden, der damit seine Kindertageseinrichtungen beliefern will.

Bereits zum vierten Mal hatte die Gemeinde den Most-Express bestellt. Für kleinere stationäre Mostereien liefere die Streuobstwiese der Gemeinde inzwischen zu viele Äpfel, sagt Storz. Und der Ertrag wird weiter steigen, schätzt er. Allein von 2015 zu 2016 habe es eine Tonne Äpfel mehr gegeben.