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Göttingen Molotow-Cocktail: Fliegengitter rettet Familie
Die Region Göttingen Molotow-Cocktail: Fliegengitter rettet Familie
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20:41 30.05.2010
Eingerissen und voll Ruß: Das Schlafzimmerfenster wurde von einem Molotow-Cocktail getroffen.

Treffen wollten sie mit dem so genannten Molotow-Cocktail vermutlich die Kamera einer Blitzanlage in der Göttinger Steinmetzkurve – sie steht direkt vor dem Wohnhaus am Ortseingang Geismars.
Das außen montierte Fliegengitter ist verbrannt, der untere Fensterrahmen aus Holz verkohlt. Die äußere Scheibe des Doppelfensters ist zerbrochen, die innere hat einen Riss – sie hat den Molotow-Cocktail endgültig abgefangen. Wäre sie auch zerborsten, hätte es im Schlafzimmer dahinter mit großer Wahrscheinlichkeit schnell gebrannt. „Das hätte schlimm enden können, wir hatten so viel Glück“, sagt Frerichs und schaut dabei besorgt auf seinen Sohn Findus.

Offenbar hatte das Fliegennetz den Aufpralle der Flasche schon gebremst. Allerdings war sie dann auf der Fensterbank liegen geblieben, und der Holzrahmen fing schnell Feuer. Frerichs und sein Sohn schliefen bereits im oberen Stockwerk des Hauses. Bogdan war noch wach, hörte es „irgendwie knistern und knacken“, entdeckte das Feuer, weckte schnell ihre Familie und holte Wassereimer. Frerichs hastete nach draußen und stieß die brennende Flasche von der Fensterbank ins hohe Gras vor dem Haus.

Das Fliegengitter, die stabile Doppelscheibe, der Umstand, dass seine Partnerin nach Mitternacht noch nicht schlief und es dann auch noch stark gegen die Scheibe regnete, wertet Frerichs als glückliche Umstände, die Schlimmeres verhindert hätten. Die Familie vermutet, dass jemand vor der Steinmetzkurve geblitzt wurde, darüber sauer war und die Anlage zerstören wollte. „Feinde haben wir nicht“, sind Frerichs und Bogdan sicher.

Von den Tätern fehlt bisher allerdings jede Spur. Auch die Polizei geht davon aus, dass sie eigentlich die Radaranlage beschädigen wollten. „Wir ermitteln wegen schwerer Brandstiftung“, bestätigte am Sonnabend ihr Sprecher Achim Lüther. Nach bisherigen Erkenntnissen sei eine kleine Bierflasche mit Benzinflüssigkeit angezündet und von der Straßenseite aus an der Blitzanlage vorbei auf das Haus geschleudert worden. Es gebe keine Hinweise darauf, dass jemand gezielt die Bewohner des Hauses mit einem Brandanschlag hätte treffen wollen.

Ereignet hatte sich der Vorfall bereits in Nacht zum vergangenen Donnerstag. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatte die Polizei die Öffentlichkeit bis zur Tageblatt-Anfrage nicht informiert. Den Schaden beziffert sie auf etwa 250 Euro. Hinweise auf mögliche Täter nimmt die Polizei unter Telefon 05 51 / 4 91 10 12 auf.

Es ist nicht das erste Mal, dass geblitzte Raser die Tempomessanlage an der Steinmetzkurve beschädigen wollten oder gar ausgeschaltet haben. Im Frühjahr 1996 und 1997 zerstörten Brände die Technik, 2006 zerstörten Unbekannte die Scheiben der Kamera und der Blitzlichter. Die Anlage registriert jährlich mehrere Tausend Raser.

Von Ulrich Schubert

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