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Göttingen Angeklagter saß bereits mehrfach im Gefängnis
Die Region Göttingen Angeklagter saß bereits mehrfach im Gefängnis
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17:46 30.04.2019
Quelle: dpa
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Herzberg/Göttingen

Der Vorsitzende Richter verlas mehrere Verfügungen von Staatsanwaltschaften und Gerichtsbeschlüsse, die einen Einblick in seine Vorstrafen und früheren Straftaten geben.

Daraus ergibt sich, dass der 47-Jährige offenbar seit vielen Jahren sein Leben auf Lug und Betrug aufgebaut hat. Die jetzt angeklagte Tat geht jedoch weit darüber hinaus: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im September 2017 seine Mutter in ihrem Haus in Herzberg aus Habgier ermordet zu haben. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe er ihre Leiche im Wohnzimmer in einer Blumenbank einbetoniert.

Immer wieder in Haft

Der Angeklagte war knapp zwei Jahre zuvor aus der Justizvollzugsanstalt Rosdorf aufgrund einer Verfügung der Staatsanwaltschaft Hannover entlassen worden. Diese war zu dem Schluss gekommen, dass die kurz zuvor begonnene Vollstreckung einer im Jahr 2005 verhängten Freiheitsstrafe von einem Jahr wegen Betruges inzwischen verjährt war.

Eine weitere Vorstrafe stammt vom November 2006. Das Amtsgericht Starnberg verurteilte damals den heute 47-Jährigen wegen Betruges in 26 Fällen sowie Doppelehe (Bigamie) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Der Angeklagte flüchtete daraufhin nach Südafrika und entzog sich so der Gefängnisstrafe.

Auslieferung aus Südafrika

Schon nach kurzer Zeit fiel er wieder durch Betrügereien auf. Anfang November 2007, also nicht einmal ein Jahr nach seiner Verurteilung in Bayern, verhaftete ihn die südafrikanische Polizei in der Nähe von Kapstadt wegen Scheckbetruges. Er saß anschließend ein halbes Jahr in Haft. Eineinhalb Jahre später verhaftete ihn die südafrikanische Polizei erneut, diesmal in der Küstenstadt Jeffrey Bay. Im September 2010 wurde er wegen Betruges in vier Fällen zu einer weiteren Haftstrafe von einem Jahr verurteilt.

Zwischenzeitlich hatten die deutschen Behörden einen Auslieferungsantrag gestellt, weil der 47-Jährige immer noch die vom Amtsgericht Starnberg verhängte Strafe zu verbüßen hatte. Nachdem die von der südafrikanischen Justiz verhängten Strafen vollstreckt waren, wurde er im September 2011 nach Deutschland ausgeliefert. Er kam anschließend in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf und wurde im Juni 2013 wurde er entlassen.

Bericht über den „Läufer des Jahres“

Ein halbes Jahr später erschien in einer Lokalzeitung ein Bericht über den 47-Jährigen. Der Ex-Häftling schien das Musterbeispiel einer erfolgreichen Resozialisierung zu sein. Er hatte im Gefängnis mit dem Laufsport angefangen, nahm an Marathonläufen teil und wurde zum „Läufer des Jahres“ gekürt. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, waren die Geschichten, die er damals dem Reporter erzählte, gespickt mit Halb- und Unwahrheiten.

Der Ex-Häftling stellte sich als jemand dar, der einmal einen großen Fehler begangen habe. Schuld hätten seine ehemalige Frau und deren Bruder. Diese hätten ihn zu den Betrügereien angestiftet, für die ihn das Amtsgericht Starnberg zu dreieinhalb Jahre Haft verurteilt hatte. Dass er auch wegen Bigamie verurteilt worden war, erwähnte er nicht.

Mehrfach Frauen ausgenutzt

Der vermeintliche Ex-Musterhäftling erzählte auch, dass er in Südafrika fast zwei Jahre in Auslieferungshaft gesessen habe. Dass er dort nicht in Auslieferungs-, sondern in Strafhaft saß, weil er schon wieder neue Betrügereien begangen hatte, verschwieg er. Er reklamierte auch für sich, dass er eine zweite Chance verdient habe. Dass er ein mehrfacher Wiederholungstäter war, erwähnte er nicht.

Der Angeklagte sagte damals auch, dass er nicht viel Geld brauche, um glücklich zu sein. Am vorigen Verhandlungstag berichtete eine Polizeibeamtin, dass der Angeklagte den Ermittlungen zufolge immer wieder Frauen ausgenommen hat. Der Angeklagte zog demnach stets sehr schnell mit der jeweils neuen Partnerin zusammen, drängte auf rasche Heirat, gründete in ihrem Namen ein Geschäft, ließ alles über ihre Konten laufen – und am Ende standen die Frauen mit einem großen Schuldenberg da. Auch bei der jetzt angeklagten Tat sollen finanzielle Gründe das Motiv sein. Laut Anklage soll der 47-Jährige seine Mutter getötet haben, weil sie seinen Lebensunterhalt nicht weiter habe finanzieren wollen.

Von Heidi Niemann

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