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Göttingen Mordversuch nach Hartz-IV-Streit
Die Region Göttingen Mordversuch nach Hartz-IV-Streit
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21:14 10.01.2011
Von Jürgen Gückel
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In einer zweiten Antragsschrift wird dem Mann vorgeworfen, im Mai vergangenen Jahres nach einer Behandlung in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums einen Professor angegriffen, ihn verprügelt und getreten und dabei schwer im Gesicht verletzt zu haben. In beiden Fällen soll er im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben.

Der Mann leidet unter einer Psychose. Die Staatsanwaltschaft verfolgt in ihren Anträgen, ihn dauerhaft in einer psychiatrischen Anstalt unterzubringen, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit sei. Gestern räumte er den Angriff gegen den HNO-Mediziner unumwunden ein. Zur Tat am 10. oder 11. Juli gegen Mitternacht fehle ihm aber jede Erinnerung, behauptete er.

Damals hatten mehrere Camper vor dem Fernseher gesessen und die Fußball-WM gesehen. Der Angeklagte gesellte sich zu ihnen. Während einer spaßigen Rangelei fiel er in ein Kinderplanschbecken, so dass ihm sein späteres Opfer noch ein trockenes T-Shirt, ein anderer eine Hose lieh. Stunden danach kam es zum Streit, als das spätere Opfer ein weiteres Bier ablehnte, weil er als Kraftfahrer tags darauf arbeiten müsse. Der Beschuldigte soll sich darauf über alle, die arbeiten, lustig gemacht haben: „Ihr seid doch zu blöd, dass ihr arbeitet, ich kriege mein Geld auch so.“ Man habe ihn darauf am Kragen gepackt und vom Platz geworfen. Spät nachts sei er bei Dunkelheit zurückgekehrt, als alle ums Kaminfeuer saßen und habe heimtückisch zugestochen. Nur eine Notoperation rettete das Opfer.