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Göttingen Mosten in Reiffenhausen: Die eigenen Äpfel in die Flasche
Die Region Göttingen Mosten in Reiffenhausen: Die eigenen Äpfel in die Flasche
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21:02 12.09.2014
An der neuen Presse: Ralf Gräser in der Mosterei im Dorfgemeinschaftshaus in Reiffenhausen. Quelle: Hinzmann
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Reiffenhausen

Reinholz ist aus Hattorf im Harz angerollt. „Fast 60 Kilometer, aber das lohnt sich. Hier bekommt man noch den Saft aus den eigenen Äpfeln.“ In vielen Mostereien ist das anders. In Reiffenhausen können Saftliebhaber zuschauen,  wie die eigenen Äpfel verarbeitet werden.

„Ein Zentner Äpfel ergibt etwa 50 Liter Saft“, erklärt Yvonne Gräser, die seit zehn Jahren in der Mosterei mitarbeitet. Gemostet wird in Reiffenhausen aber schon seit fast 50 Jahren. Trotzdem stehen in dem etwa 30 Quadratmeter großen Raum moderne Geräte.

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Vollautomatisch werden die Äpfel gewaschen und gehäckselt. Danach fällt die Apfelmasse auf kleine Bretter und wird von einem Helfer in durchlässigen Stoff eingeschlagen. Diese Pakete werden dann von einer Maschine gepresst, und der Saft läuft bis auf den letzten Tropfen hinaus. Zurück in den Stoffpaketen bleiben nur gepresste Fruchtreste. Der Saft wird dann erhitzt und in Flaschen gefüllt.

Das Abfüllen ist Teamarbeit: Gräser zapft, Reinholz schraubt zu und stellt die Flaschen, die er mitgebracht hat, in Kisten. „Es ist auch schön, dass man hier selbst mitmachen kann“, findet der Hattorfer. Ein bisschen Saft hat er bereits vor dem Erhitzen abzapfen lassen.

Daraus wird mit etwas Hefe nach etwa zehn bis zwölf Wochen Apfelwein. Selber mosten kann man noch  so lange es Äpfel, Birnen und andere Früchte gibt. Aber die Saftausbeute lässt mit der Zeit nach. Am Anfang der Saison geben die Früchte mehr Flüssigkeit ab – sie sind eben einfach saftiger.

Von Benjamin Köster

Mosten in Reiffenhausen: Hier kommen noch die eigenen Äpfel in die Flasche. © Hinzmann

Viele Äpfel an den Bäumen

Göttingen. Die Apfelernte in der Region, die gut zu werden verspricht, beginnt in diesen Tagen. Frühe Sommersorten waren allerdings bereits im August reif. Die Herbstäpfel erreichen in den nächsten Wochen ihre volle Reife. Späte Wintersorten und Lageräpfel brauchen hingegen noch ihre Zeit.

„2014 ist ein gutes Apfeljahr“, sagt Hubert Rölleke vom Landschaftspflegeverband (LPV) des Landkreises Göttingen. Insgesamt könne man mit einer überdurchschnittlichen Ernte rechnen. Der Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie rechnet mit rund 800 000 Tonnen Streuobstäpfeln. Dies wäre die beste Streuobsternte in Deutschland seit sechs Jahren. Mit einem pro-Kopf-Verbrauch von mehr als acht Litern ist Apfelsaft dem Verband zufolge der beliebteste Saft der Deutschen.

„In diesem Jahr ist die ganze Reifezeit der Äpfel durch das sonnige Frühjahr schon fortgeschrittener, sodass die Herbstsorten jetzt schon geerntet werden können“, sagt Rölleke. „Es gibt in der Region zwar auch immer wieder Flächen, auf denen das Obst nicht so gut gedeiht.

Dies liegt dann meistens an starkem Frost oder einer schlechteren Blütezeit“, so Rölleke. Unterm Strich sei das Resultat aber gut.

Von Sebastian von Hacht

Weitere Infos unter: lpv-goettingen.de

Hier wird gemostet

Fünf Mostereien gibt es mittlerweile in der Region. Und Presstage direkt vor Ort werden in diesem Herbst von drei mobilen Mostereien in vielen Dörfern und Gemeinden angeboten:

Für mobile Saftpressen sind Termine und Orte vereinbart, wo sich private Anlieferer anmelden können:

  • Sonntag, 14. September, in Bischhausen, Most-Express Hildesheim, 0 55 92 / 92 78 21 (Besenwirtschaft Dutschke).
  • Sonnabend, 20. September, in Bursfelde, MostGosch 0 55 02 / 9 10 96 22.
  • Sonntag, 21. September, in Asche, MostGosch, 0 55 05 / 14 26 (Klinge).
  • Freitag, 26. September, in Waake, MostGosch 0 55 02 / 9 10 96 22.
  • Sonntag, 28. September, in Geismar, MostGosch, 05 51 / 5 03 67 57 (Süberkrüp).
  • Freitag, 3. Oktober, in Groß Lengden, MostGosch, 0 55 08 / 92 39 69 (Thiery).
  • Sonnabend, 4. Oktober, in Duderstadt, MostGosch 0 55 02 / 9 10 96 22.
  • Sonntag, 5. Oktober, in Reyershausen, Natursaftkelterei Harste, 0 55 94 / 13 81 (Detmer).
  • Donnerstag, 9. Oktober, in Wöllmarshausen, MostGosch 0 55 02 / 9 10 96 22.