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Göttingen Mostereien bieten Saft gegen Obst
Die Region Göttingen Mostereien bieten Saft gegen Obst
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20:40 21.09.2012
Von Gerald Kräft
Aus vielen Regalen verschwunden: Alte Apfelsorten wachsen noch auf dem Gut Herbigshagen.
Aus vielen Regalen verschwunden: Alte Apfelsorten wachsen noch auf dem Gut Herbigshagen. Quelle: EF
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Göttingen

Was die Menge angeht, bietet sich im Landkreis ein vielfältiges Bild: Das Spektrum reiche von „fast nichts“ bis „die Bäume hängen brechend voll“, Hubertus Rölleke vom Landschaftspflegeverband (LPV).  Ursache für schlechten Behang ist einerseits die ungünstige Witterung zur Blütezeit: Vielerorts konnten Honigbienen nicht ausreichend in Aktion treten – und ohne Bestäubung keine Früchte.

Hinzu kommt, dass viele Obstbäume nach der sehr guten Obsternte im Vorjahr ein Ruhejahr einlegten, die sogenannte Alternanz. Dennoch rechnet der Verband der Fruchtsaftindustrie (VdF) bundesweit mit 600 000 Tonnen Streuobstäpfeln – 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Wer auch dieses Jahr viel Obst hat, dem stellt sich die Frage: Wohin damit? Außer essen und einlagern bietet sich vor allem die Umwandlung in leckeren und gesunden Saft an. Dazu gibt es in Göttingen und Umgebung einige Möglichkeiten: etwa die Anlieferung zur Kelterei und im Tausch gegen das Obst vergünstigten Saft.

Das ist bei Otts Natursaftkelterei in Bernshausen möglich. Eine Annahmestelle von Creydt-Fruchtsaft gibt es an der Obermühle in Rosdorf. Die Mosterei Malus aus Silkerode im Südharz bietet erstmals Apfel-Annahmetage in Göttingen, und zwar sonntags, 30.  September und 28. Oktober, im Schlagemühlenweg 2 in Grone.  (Terminabsprache wochentags zwischen 8 und 9 Uhr unter 03 60 72 / 8 05 78). Im Dorfgemeinschaftshaus in Reiffenhausen gibt es eine kleine Mosterei, in der mitgebrachtes Obst direkt gepresst werden kann (Terminvergabe unter 0 55 04 / 340).

Zur Förderung heimischer Streuobstwiesen startete der LPV 1998 ein Apfelsaftprojekt.  Bewirtschafter erhalten einen erhöhten Preis für ihr Mostobst, um Pflege und Nutzung der Flächen aufrecht zu erhalten. Dabei werden nur ungespritzte, frisch geerntete Äpfel  angenommen. Das Obst wird unter dem Etikett „Streuobst-Apfelsaft aus dem Göttinger Land“ angeboten. Eine Liste der Verkaufsstellen gibt es im beim LPV im Internet oder unter Telefon 05 51 / 5 31 37 03.

Eine mobile Obstpresse macht am Mittwoch, 3. Oktober, in Bördel Station. Auf Vermittlung der Dorfgemeinschaft besteht zwischen 10 und 17 Uhr die Möglichkeit, Saft zu mosten (Anmeldung bei Frank Henkel, Telefon 0 55 02 /  6 04 86 04).