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Göttingen Mountainbiker verursachen Schäden im Wald
Die Region Göttingen Mountainbiker verursachen Schäden im Wald
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20:44 04.07.2011
Von Katharina Klocke
Moutainbiker-Bauten: Im Stadtwald haben unbekannte Rampen und Sprünge hinterlassen.
Moutainbiker-Bauten: Im Stadtwald haben unbekannte Rampen und Sprünge hinterlassen. Quelle: Heller
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Die Göttinger Sport- und Freizeit (GoeSF)GmbH sucht deshalb nach Lösungen – und hat die Anhänger dieser Sportart aufgefordert, ihre Interessen während eines Treffens am 14. Juli zu vertreten.

Aus Sicht der Forstverwaltung nutzen die Geländebiker den Stadtwald exzessiv: Sie nähmen ganze Bereiche für sich in Anspruch, bauten sich auf Wegen Schanzen, Sprünge und Steilkurven und kreuzten mit den sogenannten Trails auch die Wanderwege. Für Spaziergänger sei dies aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten sehr gefährlich.

Dazu kämen die Verwüstungen, die die Räder auf dem Waldboden anrichteten. In einigen Bereichen seien Parkanlagen und die Vegatation bereits großflächig zerstört. Auch die Untere Naturschutzbehörde kritisiert das Selbstverständnis der Biker: Schließlich stehe der Göttinger Wald unter Landschafts- und Naturschutz. Das ständige Überfahren und die Erdarbeiten, mit denen sogenannte Downhiller sich technisch anspruchsvolle Abfahrten bauen, schädigten die Pflanzen bis in die Wurzeln.

Die Forstmitarbeiter wüssten sich nicht mehr zu helfen, erklärt Martin Johannes Levin, Leiter des Fachdienstes Stadtwald. Die Mountainbiker seien anonym und ließen sich darüber hinaus „schwer anhalten“. Aufgrund der erreichten Geschwindigkeiten hätten sich auch bereits Unfälle ereignet.

Damit steht das Stadtforstamt vor großen Problemen. Zum einen überschreite der angerichtete Schaden jährlich die 10 000-Euro-Grenze. Illegal angelegte Wege müssten immer wieder unbefahrbar gemacht werden. Außerdem gebe es massive Konflikte zwischen Fußgängern, Reitern und Gelände-Radfahrern vor allem im Bereich des Hainbergs und des Molkengrunds.

Das Interesse der GoeSF ist es Sportmöglichkeiten zu entwickeln und den Sport zu fördern. Deshalb will sie die nicht organisierten Mountainbiker an einem Runden Tisch zu Wort kommen lassen. Es gehe darum, bei einem entsprechenden Bedarf in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und Naturschützern ein Konzept zu erarbeiten, wie das Biken im Stadtwald ermöglicht werden kann. Nur so, heißt es aus dem Rathaus, könnten stärkere Kontrollen und Sanktionen vermieden werden.

Das geplante Treffen beginnt am Donnerstag, 14. Juli, um 18.30 Uhr in Sitzungssaal 118 im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4.