Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Mr. Italienische Sehnsucht“ vom Nikolausberg
Die Region Göttingen „Mr. Italienische Sehnsucht“ vom Nikolausberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:17 29.11.2010
„Zu Hause angekommen“: Schlagersänger Oliver Frank entspannt auf seiner sonnigen Terrasse mit Blick auf Göttingen.
„Zu Hause angekommen“: Schlagersänger Oliver Frank entspannt auf seiner sonnigen Terrasse mit Blick auf Göttingen. Quelle: Vetter
Anzeige

Einmal, das war, als Oliver Frank in Augsburg lebte, geriet er unter Mordverdacht. „Nachts, um halb drei kam ich in eine Polizeikontrolle.“ Morgens haben Polizisten ihn dann von zu Hause abgeholt. Erst glaubte er an einen Scherz von der „Versteckten Kamera“. Doch Spaß war es nicht. Fünf Männer wurden in den frühen Morgenstunden jenes Tages von der Polizei auf die Wache gebracht – niemand von den Geweckten wusste warum. „Am Ende stellte sich heraus, dass in dem Hochhaus, vor dem ich kontrolliert wurde, eine Rentnerin tot aufgefunden wurde. Die Befragung – reine Routine. Verärgert ging der Schlagersänger zur Presse, die die Geschichte groß raus brachte. Es ist die einzige Geschichte, die Oliver Frank zum Thema Skandal einfällt.

Oliver Frank heißt eigentlich anders. „Oliver Frank“ war eine spontane Idee – ein kurzer, einprägsamer Künstlername. Geboren wurde Frank in Göttingen, aufgewachsen ist er in Augsburg. Von dort aus näherte er sich langsam wieder seiner alten Heimat an – mit Stationen in Erlangen und Kassel. Seit kurzem wohnt er in Nikolausberg, wieder „zu Hause“, wie er selbst sagt.
1985 wurde Frank von einer Talentsucherin entdeckt. Seitdem ist er dabei: „Ich brauch’ das unbedingt. Die Branche wird einen nie loslassen.“ Und noch macht es ihm Spaß. Begonnen hat es mit einem Schlagerwettbewerb. Heute würde man vielleicht „Casting“ sagen. Sein großer Durchbruch war „Italienische Sehnsucht“. Das war 1996. Mit diesem Titel wird Frank bis heute identifiziert, dieser Titel hat ihm sein Prädikat verpasst: „Mr. Italienische Sehnsucht“. So einen Titel haben viele Sänger, sagt Frank. „Bei Jürgen Drews ist das „Ein Bett im Kornfeld“.

Als Schlagersänger bezeichnet sich Frank selbst nicht. Er würde sich als „Deutsch-Italo-Discofoxer“ bezeichnen. Dass Schlager eben nicht gleich Schlager ist belegt Frank mit seinem neuesten Titel: „Denn ich bin ihr Mann“. Alleine von diesem Lied gibt es vier Versionen. Das Radio bekommt eine eigene. „DJs brauchen es etwas fetziger.“ Das Radio ist für Frank überhaupt ein wichtiges Medium, auch wenn er schon häufig im Fernsehen aufgetreten ist. Zum Beispiel bei „Immer wieder Sonntags“, der „ARD-Wunschbox“, der „ZDF-Hitparade“ oder dem „ZDF-Fernsehgarten“. Aber: „Für Schlager gibt es halt kein MTV oder Viva“, klagt Frank. Dafür umso mehr Auftritte. Fast jedes Wochenende ist Frank unterwegs. Auf Stadt- und Schützenfesten, aber eigentlich „überall, wo man mich bucht“.

Fliegen einem Schlagersänger die Herzen nur so zu. Manchmal schon, wie es scheint. Auf seiner Homepage ließt sich auch dies: „Hei Olli, du Süßerlove! Ich mag dich voll und hab neulich nach deinem Konzert voll von dir geträumt. War voll der schöne Traum. Ich möchte deine schönen Haare auch mal in echt zerraufen... Oh, Du machst mich so wuschig.“ Da wird es seine Fans freuen, dass Frank noch viele Ideen hat. Auch für Göttingen. Hier fehlt ihm ein „schönes Foxtanz-Lokal“ – „Das würde mir Spaß machen, das würde in Göttingen funktionieren.“ Eine Traumlocation hat er schon im Auge. Und schließlich „soll Schlager unterhalten“.

Von Lukas Breitenbach

Mehr zu Oliver Frank.