Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Müde gemacht
Die Region Göttingen Müde gemacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:41 20.11.2009
Anzeige

Von Andreas Fuhrmann

Vernetzen, Synergien schaffen, Familienfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und, und, und: Alles Wörter, die beim Thema lokales Familienbündnis von den Beteiligten immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragen werden. Das hat anscheinend nach den Bürgern auch das Kuratorium selbst – immerhin das Herz des Göttinger Bündnisses – müde gemacht.

Das Bündnis hat sicherlich Erfolge erzielt, und wenn diese nur darin liegen, das Thema Familie und Beruf stärker in die Öffentlichkeit getragen zu haben. Mittlerweile aber haben Wirtschaft, Verbände und Institutionen reagiert. Den Rest erledigt der Jugendhilfeausschuss.

Die Verantwortlichen sollten daher endlich einen Haken hinter das Thema setzen, anstatt es erneut aufzuwärmen. Übel nehmen dürften ihnen das die Wenigsten. Einige Partner scheinen sich mit dem Ende des Bündnisses ohnehin bereits abgefunden zu haben. So weist sich die Uni Göttingen im Internet als Mitglied des Kuratoriums Göttinger Bündnis für Familien aus, „das von 2005 bis 2009 erfolgreich gearbeitet hat“. Dabei sollte man es belassen.

Der kommt schon wieder raus, die kommt schon wieder runter. Zwei Sätze, die die Einsatzleitstelle der Feuerwehr häufig sagt, wenn Hunde in engen Röhren stecken oder Katzen auf dem Baum mauzen.

20.11.2009

Morgen ist Totensonntag, und am vergangenen Wochenende sowie am Wochenanfang stand in Göttingen die Trauer um eine Tote (angeblich) im Mittelpunkt zweier Demonstrationen. Es ging um Conny W., tatsächlich hieß sie Kornelia Wessmann. Die damals 24-Jährige kam vor 20 Jahren ums Leben, als sie auf der Flucht vor der Polizei vor ein Auto lief. Ein tragischer Fall. Bis heute gilt die Tote der linken Szene, den Autonomen unter ihnen vor allem, als „Ikone des Widerstandes“, wie es mein Kollege Jörn Barke vergangenes Wochenende so treffend wie einfühlsam in seinem Bericht über Conny W. beschrieben hat.

20.11.2009

„Eigentlich bin ich bei ‚sowas‘ ja nicht dabei“, erklärt Arne. Zu Beginn sei der Soziologiestudent von der Besetzung des Verfügungsgebäudes (VG) abgeschreckt gewesen, weil sie ihm zu „links“ und „autonom“ erschienen sei. „Das Thema Bildung ist mir aber so wichtig, dass ich mithelfe und versuche, etwas zu verändern.“ Von den übrigen Besetzern sei er positiv überrascht worden: „Das Ziel steht im Vordergrund, nicht die politischen Interessen der einzelnen Gruppen.“

20.11.2009