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Göttingen Müllcontainer und Autos angezündet?
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17:02 18.05.2018
Müllcontainer und Autos angezündet? Prozess um Brandserie in Göttingenhat begonnen.
Müllcontainer und Autos angezündet? Prozess um Brandserie in Göttingenhat begonnen. Quelle: dpa
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Göttingen

Vor dem Amtsgericht Göttingen hat am Freitag ein Prozess um eine Serie von Brandstiftungen und Sachbeschädigungen in Göttingen begonnen. Laut Anklage sollen die beiden 16 und 19 Jahre alten Angeklagten zwischen Oktober 2016 und Dezember 2017 im Göttinger Stadtgebiet zahlreiche Müllcontainer, Altpapiertonnen und Dixi-Toiletten in Brand gesetzt haben. Der 16-Jährige soll außerdem mehrere Pkw, einen Motorroller und Gartenmöbel angezündet haben.

100 Stunden gemeinnützige Arbeit

Für den 19-Jährige, der in dem Prozess ein Geständnis ablegte, ist das Verfahren bereits beendet: Das Gericht verurteilte ihn zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit, außerdem muss er Termine zur Berufsberatung wahrnehmen.

Zuvor hatte das Gericht das Verfahren gegen den zweiten Angeklagten abgetrennt. Der 16-Jährige bestreitet die Vorwürfe, gegen ihn wird nun Ende Mai allein weiterverhandelt.

15 Sachbeschädigungen durch den 19-Jährigen

Der 19-Jährige räumte dagegen die ihm zur Last gelegten Taten ein. Das Gericht verurteilte ihn wegen insgesamt 15 Sachbeschädigungen, in fünf weiteren Fällen habe er dazu Beihilfe geleistet.

Nach Angaben des 19-Jährigen hatte der 16-Jährige die Idee zu den Zündeleien gehabt. Dieser sei zu der Zeit sein bester Freund gewesen, sie seien ständig gemeinsam unterwegs gewesen. Im Oktober 2016 habe sein 16-jähriger Freund erstmals mit Shisha-Kohle mehrere Container mit Altkleidern und Sperrmüll in Brand gesteckt. Er sei dann noch bei mehreren weiteren angeklagten Taten mit dabei gewesen, habe dabei aber nie selbst Feuer gelegt, sagte der 19-Jährige. Schließlich habe er es dann auch selbst mal probieren wollen und ebenfalls mit einem Feuerzeug Müll in Brand gesetzt. In insgesamt neun Fällen habe er allein gezündelt, sechsmal hätten sie gemeinsam Feuer gelegt. Heute sei ihm klar, dass er „großen Mist“ gebaut habe. Bei diesen Bränden entstanden meist Sachschäden von bis zu 2000 Euro.

Mehrere Autos angezündet

Deutlich höher war der Sachschaden bei mehreren Pkw-Bränden. Diese legt die Staatsanwaltschaft ausschließlich dem 16-Jährigen zur Last. Dieser soll zwischen September und Dezember vergangenen Jahres in Göttingen mehrere Autos angezündet haben, die auf Parkplätzen abgestellt waren. Einige Monate zuvor soll er außerdem die Abdeckplane eines an einer Hauswand abgestellten Motorrollers angezündet haben, so dass das Fahrzeug in Flammen aufging.

Weiteres Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Das Gesetz sieht für derartige Brandstiftungen Freiheitsstrafen zwischen einem und zehn Jahren vor. Der 16-Jährige war Anfang des Jahres festgenommen worden. Der gegen ihn erlassene Haftbefehl wurde dann außer Vollzug gesetzt, stattdessen wurde er in einer sozialtherapeutischen Einrichtung für junge Straffällige untergebracht. Zum Prozessauftakt machte er von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Sein Verteidiger erklärte lediglich, dass sein Mandant die Vorwürfe zurückweise. Da der 16-Jährige noch Jugendlicher ist, wird in dem weiteren Verfahren gegen ihn in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt.

Von Heidi Niemann

18.05.2018
21.05.2018