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Göttingen Göttinger Schüler befragen Vorstandschef von Sartorius
Die Region Göttingen Göttinger Schüler befragen Vorstandschef von Sartorius
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00:19 14.12.2017
Stellt sich geduldig und offen den Schülerfragen: Joachim Kreuzburg, Vorstandschef der Sartorius AG.
Stellt sich geduldig und offen den Schülerfragen: Joachim Kreuzburg, Vorstandschef der Sartorius AG. Quelle: Foto: Mischkke
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Göttingen

Der Leistungskurs Politik und Wirtschaft im 11. Jahrgang des Felix-Klein-Gymnasiums (FGK) hatte den Manager-Besuch bei einer Initiative des Handelsblattes gewonnen. Ziel der Aktion ist es nach Angaben der Wirtschaftszeitung, das Interesse junger Menschen an der Wirtschaft zu wecken und die Distanz zwischen Top-Managern und jungem Nachwuchs zu verringern. Das ist Sartorius-Chef Kreuzburg am Montag im FKG gelungen. Entspannt am Lehrerpult sitzend, beantwortete er schnörkellos die Fragen der Schüler zu Wirtschaftsthemen und Arbeitsbelastung. Und er lobte die Region Göttingen.

Quelle: Christoph Mischke

Für die Konzernzentrale als Herz, Kopf und Motor des Unternehmens sei „Göttingen ein super Standort“, versicherte Kreuzburg. Das hänge unter anderem mit der guten Universität hier und mit der guten Verkehrsanbindung zusammen. Allerdings sei es heute auch üblich, dass sich ein global auftretendes Unternehmen mit 7500 Mitarbeitern nicht mehr alleine auf einen Standort konzentrieren können - Sartorius ist auch in China, Indien und Frankreich aktiv.

Politische Lobbyarbeit sei für Sartorius kein Thema, konterte Kreuzburg auf eine weitere Schülerfrage, „aber wir brauchen natürlich in Göttingen eine gute Begleitung durch die Stadt“. Wenn die Stadt Interesse an der Entwicklung des Unternehmens, habe, „dann hilft das natürlich - aber wir bekommen keine Extrawurst“.

Kreuzburg hat nach seinem Abitur zunächst ein Ingenieursstudium abgeschlossen bevor er auf Volkswirtschaftslehre umsattelte und nach seiner Promotion 1999 zu Sartorius kam. Seit 2003 ist er Vorstandsvorsitzender, seitdem sei das Unternehmen um das Dreifache gewachsen und mache zehnmal so viel Gewinn wie vor seiner Zeit. Ein Grund dafür sei eine neue strategische Ausrichtung des Unternehmens, dass sich inzwischen auf Produkte für biopharmazeutische Verarbeitungen konzentriere. Denn: „Wir erleben eine dynamische Zeit, in der wahnsinnig viel passiert im medizinischen Bereich.“

Quelle: Christoph Mischke

Auch für global aufgestellte Firmen biete Deutschland „im Großen und Ganzen ein gutes Umfeld, und ein reguliertes Umfeld“, so Kreuzburg. Zuvor hatten Schüler gefragt, ob die deutschen Gesetze hemmend seien. Kreuzburgs abschließende Antwort dazu: „Seinen Erfolg hat ein Unternehmen in der eigenen Hand, das liegt nicht in Gesetzeshand.“

Wissen wollten die Schüler auch, ob der Manager-Job mit Familie vereinbar sei. Trotz mancher Woche mit sehr vielen Arbeitsstunden sei das möglich, aber es sei ein Lernprozess, so Kreuzburg. Er versuche, sich wenigstens die Wochenenden frei zu halten. Aber: „Das alles geht nur, wenn der Job Spaß macht.“

Die Schüler zeigten sich abschließend begeistert: „Ich interessiere mich für einen Beruf in dieser Branche, das war eine gute Chance, sich aus erster Hand zu informieren“, bilanzierte Filip Hartung. „Einen Vorstandsvorsitzenden im direkten Gespräch hat man ja nicht gerade alle Tage“, ergänzte Noah Schuhmann.

Von Ulrich Schubert

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