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Göttingen Münden entgeht knapp verheerendem Hochwasser
Die Region Göttingen Münden entgeht knapp verheerendem Hochwasser
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21:13 10.01.2011
Von Matthias Heinzel
An der Blume: Die Bewohner des Viertels an der Werra pumpen Häuser leer und Wasser von der Straße ab.
An der Blume: Die Bewohner des Viertels an der Werra pumpen Häuser leer und Wasser von der Straße ab. Quelle: Vetter
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So schlimm sei es zum Glück bei weitem nicht gekommen, sagte Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU) gestern. Der maximale Pegelstand beim derzeitigen Hochwasser habe 6,20 Meter betragen – immerhin sieben Zentimeter mehr als beim letzten schweren Hochwasser im Jahr 2003 und ausreichend, um mehrere Straßen der Altstadt, das Wohnviertel an der Blume und die Bundesstraße 80 im Stadtgebiet unter Wasser zu setzen. Auch die B 496 und die Verbindung zwischen Gimte und Hemeln sind gesperrt.

Trotz der Sperrungen blieb gestern Abend ein Kleintransporter an der Ecke Steinweg/Breite Gasse im Hochwasser stecken. Die beiden Insassen seien laut Feuerwehr Göttingen ortsunkundig gewesen und hätten mit Schlauchbooten gerettet werden müssen. Verletzt worden sei aber niemand.

Dass die Angst der Menschen groß ist in den überfluteten Vierteln, ist immer noch zu sehen. Auch in den etwas höher gelegenen Straßen der historischen Altstadt säumen Sandsäcke die Eingänge zu Wohnhäusern und Geschäften. Einige tiefer gelegene Straßen sind immer noch mit Sandwällen abgeriegelt. Um ein Aufweichen des Sandes zu verhindern, wurden die Wälle mit Plastikplanen bedeckt. Viele Bürger besorgten sich Sandsäcke.

Völlig überflutet ist der Blümer Werder im Flusslauf der Werra mit seinen außerhalb der Legalität errichteten Kleingarten-Hütten. Zum Glück seien keine Gebäude fortgerissen und gegen die mittelalterliche Werrabrücke gedrückt worden. Wenn Trümmerteile oder anderes angeschwemmtes Material die stark belasteten Brückenbögen ganz verstopfen würden, erklärte Burhenne, „kann niemand sagen, was dann geschieht“.

Mit einem schnellen weiteren Absinken des Pegels sei nicht zu rechnen, erklärte Burhenne weiter. Unter 5,90 Meter wird der Pegel in den nächsten 24 Stunden nicht sinken, aber auch nicht über 6,10 Meter steigen, meint Jürgen Liebrecht, Leiter des Mündener Verwaltungsbereichs Sicherheit und Ordnung. Daher bleiben die bisherigen Straßensperrungen auch in den nächsten Tagen bestehen, kündigte Burhenne an. Mehr sei aber nicht drin: „Das Absperrmaterial ist uns ausgegangen. Es ist nichts mehr da, alles ist im Einsatz.“

Für die Leine in Göttingen konnte hingegen weitgehend Entwarnung gegeben werden. Bis Montagabend ging der Pegel auf 1,33 Meter zurück. Laut Baubetriebshof wird der Sandweg aber morgen früh noch gesperrt sein. Besonders für Münden gibt es noch einen Unsicherheitsfaktor: Für Mittwoch wird mit dem Durchziehen eines Regenbandes gerechnet. „Wie sich das auf die Pegel auswirkt“, sagt Burhenne, „ist absolut unvorhersehbar.“ Auch heute fällt in Münden der Unterricht aus – in den Schulen im Auefeld und am Botanischen Garten, der Heinrich-Sohnrey-Realschule und im Grotefend-Gymnasium.