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Göttingen Nach 15 Jahren: Neues Busliniennetz in Göttingen
Die Region Göttingen Nach 15 Jahren: Neues Busliniennetz in Göttingen
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20:43 18.09.2013
Von Ulrich Schubert
Quelle: ne
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Göttingen

Gewöhnen müssen sich Fahrgäste ab November 2014 dann auch an andere Liniennummern. Am Donnerstag wird das neue – oder eher fortentwickelte – Busliniennetz für mehr als 18,5 Millionen Fahrgäste jährlich erstmals im Bauausschuss des Rates vorgestellt.

Der Aufschrei war groß, als das frühere Liniennetz 1998 komplett auf den Kopf gestellt und neu gesponnen wurde. Gewohnte Strecken und Haltestellen fielen weg oder wurden versetzt, manchen war die Wartezeit bis zur nächsten Abfahrt zu kurz. Inzwischen hat sich das System etabliert, trotzdem bereiten die Stadt und ihre Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) eine Neuauflage mit etlichen Veränderungen vor.

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Der Grund: In vielen Bereichen hat sich die Nachfrage verlagert – zum Beispiel durch neue Wohnviertel auf den Zietenterrassen oder neue Uni-Institute im Norden. Zudem stellt der gerade vom Rat beschlossene Nahverkehrsplan der Stadt hohe Anforderungen an ein modernes Liniennetz. Vor allem soll es Busfahren noch attraktiver machen.

Direktverbindungen von Geismar zum Klinikum

Eine der auffälligsten geplanten Änderungen: Künftig gibt es 18 Linien mit zweistelligen Nummern. Dabei fahren zwei Linienbusse mit der selben Anfangszahl immer auf der selben Strecke und decken damit zeitversetzt einen 15-Minuten-Takt ab. Ihre Routen splitten sich aber irgendwann so auf, dass sie am Endpunkt verschiedene Bereiche bedienen.

Ein Beispiel: Die Linien 11 und 12 fahren nach Geismar, biegen aber gegen Ende Richtung Charlottenburger Straße und Schönebergerstraße ab. Statt bisher zwei werden so fünf Doppelpakete geschnürt, die auf den Hauptachsen schnelle Haltetakte (15-minütig) sicherstellen.

Neu im Liniennetz selbst sind Direktverbindungen von Geismar über die Innenstadt zum Klinikum und zur Uni-Nord. Und der Bahnhof inklusive ZOB soll mit Rücksicht auf Berufspendler und Schüler morgens deutlich besser bedient werden als bisher und zu anderen Tageszeiten.

Direkt am Bahnhof entlang

Dafür werden die Busse der großen Linien vor 8 Uhr nicht durch die Innenstadt fahren, sondern direkt am Bahnhof entlang. Erst zu den Öffnungszeiten der Geschäfte führt ihre Standardroute durch die City.

Dort soll es künftig auch keine sogenannten Pulkfahrten mehr geben, bei denen Busse fast zeitgleich ankommen und abfahren und Umsteiger oft in Bedrängnis bringen. Künftig werden besonders viel genutzte Umsteige-Beziehungen über „echte“ Anschlüsse so verzahnt, dass Kunden bequemer umsteigen können.

Weitere Änderungen:

  • eine Direktverbindung von Weende-Nord über Lutteranger mit dem Klinikum.
  • mehr Fahrten zum Kaufpark.
  • neue Anbindungen an den Waldweg (Ärztehäuser) und die August-Spindler-Straße (Werkstätten und Satorius).
  • geradere und damit „schlankere“ Streckenführungen ohne Schlenker ins Ostviertel.
  •  weniger Haltestellen oder keine Linienanbindungen mehr, wo die Nachfrage inzwischen  gering ist – zum Beispiel im Altdorf Geismar und im Zentrum des Groner Gewerbegebietes.

Ob der jetzt vorgelegte Entwurf genau so umgesetzt wird, ist offen. Das neue Busliniennetz soll zunächst in allen Ortsräten und Ende Oktober in einem Bürgerforum diskutiert werden. Alle Fakten gibt es im Internet auf der Seite liniennetz.goettingen.de. Der Bauausschuss tagt um 16.15 Uhr in Raum 118 im Neuen Rathaus.