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Göttingen Nach Baulärm und Gerüst-Ärger: Wieder Ruhe im GDA Wohnstift
Die Region Göttingen Nach Baulärm und Gerüst-Ärger: Wieder Ruhe im GDA Wohnstift
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19:04 26.08.2013
Von Andreas Fuhrmann
Freuen sich, endlich wieder ihren Balkon betreten zu können: Horst Ahrendt und Christa Steinkopff. Quelle: Hinzmann
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Geismar

Damit können zumindest einige der Bewohner wieder ihre Balkone benutzen, die sie seit mehr als einem Jahr nicht betreten durften.

Davon profitieren auch Christa Steinkopff und Horst Ahrendt. „Endlich“, wie die beiden Bewohner sagen. Denn während der rund 15 Monate währenden Bauphase hätten sie „eine Menge Einschränkungen“ hinnehmen müssen, berichtet Steinkopff. „Einiges hat uns gequält, auch der Lärm.

Der war zum Teil schier unaushaltbar“, sagt die 79-Jährige, die ein Zweizimmerapartment im vierten Stock bewohnt. Vor allem habe sie gestört, dass sie ihren Balkon so lange nicht habe betreten dürfen. Über Monate seien zudem die Jalousien abgenommen worden. Sie habe sich nur mit Vorhängen vor der Sonne schützen können. „Das war wirklich unangenehm.“

Sie wolle aber „nicht nur quengeln“, sagt Steinkopff. Die Hausleitung habe versucht, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. So hätten die Bewohner während der Bauarbeiten zum Beispiel einen Ruheraum nutzen können. Und als die neuen Fenster eingebaut wurden, habe sie zwei Nächte im Gästehaus verbracht.

„Ich fühle mich hier sauwohl“

„Alles wurde transportiert, wir wurden gehegt und gepflegt. Daran erinnere ich mich gerne zurück“, sagt die 79-Jährige. Einen großen Anteil daran hätten vor allem die Mitarbeiter: „Die sind spitze, sagenhaft, wie die uns geholfen haben. Das war und ist hinreißend.“

Und aller zwischenzeitlichen Unannehmlichkeiten zum Trotz: „Ich fühle mich hier richtig zu Hause. Ich vermisse nichts, mir geht es gut“, sagt Steinkopff. Das sieht Bewohner Ahrendt ähnlich: „Ich fühle mich hier sauwohl“, sagt der 77-Jährige.

Doch die Bauarbeiten seien schon störend gewesen. Er habe zwar das Glück gehabt, ihnen aus dem Weg gehen und zwischenzeitlich bei seiner Lebensgefährtin wohnen zu können. „Die Unorganisation hier muss ich aber doch bemängeln“, sagt er.

„Man schüttelte nur den Kopf über das, was einem hier geboten wurde. Das war eine Katastrophe.“ Doch seit dem Architektenwechsel „geht die Sache zügig voran“. Jetzt sei alles überstanden und er fühle sich wohl.

„Die Umbaumaßnahmen waren belastend"

Vor allem die neuen Balkone seien sehr gelungen, sagt Steinkopff. „Sie sind irgendwie gemütlicher.“ Ahrendt lobt, dass es dort jetzt auch elektrisches Licht gibt. „Das ist zum Lesen ideal“, sagt auch Steinkopff. Zudem seien die Balkontüren verbreitert worden.

Das sei vor allem für Rollstuhlfahrer eine unglaubliche Erleichterung. Endlich könne sie wieder Gäste empfangen, sagt Steinkopff. Und ihren Balkonkasten habe sie natürlich schon mit bunten Blumen bepflanzt.

Mit Erleichterung reagieren auch Stiftsdirektor Klaus Brandl und GDA-Geschäftsführer Georg Nicolay auf das nahende Ende der Bauarbeiten, die im September abgeschlossen werden sollen. „Die Umbaumaßnahmen waren für alle sehr belastend und störend“, räumt Nicolay ein.

Es habe allerdings einige Widrigkeiten gegeben, „die nicht in unserer Hand lagen“. Dazu gehörten der lange Winter, aber auch die Probleme mit dem ersten Architekten aus Hannover, der dann von einem Göttinger Architekten abgelöst worden sei.

„Der Übergang verlief fast ohne Reibungsverluste“, sagt Nicolay. Auch wegen der Brutzeiten hunderter Mauersegler sei es zu Verzögerungen gekommen.

Großes Fest

Trotz der Probleme: Es sei wichtig, in den Standort Göttingen zu investieren, betont Nicolay. „Wir machen das nicht, um Geld zu verbrennen, sondern um für die Zukunft gerüstet zu sein.“ Die Dimensionen seien allerdings gewaltig gewesen.

Unter anderem habe man einen Hektar Fassadenfläche saniert, 15 Geschosse pro Haus. Allein dafür habe man rund sechs Millionen Euro investiert, sagt Nicolay.

Das Ende der Bauarbeiten soll laut Stiftsdirektor Brandl im Dezember mit einem großen Fest gefeiert werden. Für alle 570 Bewohner, von denen knapp 300 direkt von den Umbaumaßnahmen betroffen waren. Und für die 300 Mitarbeiter. Denn auch für die seien die vergangenen Monate „eine extreme Belastung“ gewesen, sagt Brandl.

Daher will die GDA auch mit der Sanierung des dritten Hauses erst einmal warten. „Auch hier wird die Wärmedämmung kommen“, sagt Nicolay. Jetzt benötigten alle, Bewohner und Mitarbeiter, aber erst einmal Abstand.