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Göttingen Suche nach Tatverdächtigem: Polizeieinsatz auch in Hannover
Die Region Göttingen Suche nach Tatverdächtigem: Polizeieinsatz auch in Hannover
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16:52 28.09.2019
Diese Scheibe schlug der Flüchtige ein und entkam so aus dem verriegelten Abteil. Quelle: Johannes Krupp
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Göttingen

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt am Donnerstagmittag im Göttinger Stadtteil Grone sucht die Polizei Göttingen weiter nach dem mutmaßlichen Täter Frank N.. Mittlerweile gehen die Fahnder einer Reihe von Hinweise aus der Bevölkerung nach. Auch in Hannover gibt es einen Polizeieinsatz im Rahmen der Fahndung geben – das bestätigte die Göttinger Polizei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Die Spuren erwiesen sich nach HAZ-Informationen allerdings als kalt. Wie die „Bild“ unterdessen berichtet, soll der Flüchtige Kontakt mit einem hannoverschen Anwalt aufgenommen haben. Das wollte die Polizei gegenüber der HAZ allerdings nicht bestätigen.

Suche nach Tatverdächtigem auch im Raum Hildesheim

Die Polizei geht seit Freitagvormittag mehreren Hinweisen im Raum Hildesheim nach. Wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtet, gab es auch einen Hinweis aus Sarstedt. Auch dort sind seit dem Nachmittag Polizeiwagen in der Innenstadt unterwegs und suchen nach N.. „Diese Hinweise nehmen wir sehr ernst“, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber der HiAZ. Darüber hinaus soll N. im Laufe des Freitags demnach mehrere Passanten nach einem Handy gefragt haben. Weitere Details nannte die Sprecherin nicht.

Am Morgen hatte die Polizei die Fahndung auch auf den Raum Elze ausgeweitet. Dort sei „ein Verdächtiger“ gesehen worden, bestätigte der Sprecher der Polizei Hildesheim. Nach Informationen der HiAZ hatte das Personal eines Zuges den Gesuchten erkannt und ihn in einem Waggon eingeschlossen.

Diese Scheibe schlug der Flüchtige ein und entkam so aus dem verriegelten Abteil. Quelle: Johannes Krupp

Verdächtiger flüchtet aus Zugfenster

Eine 32-Jährige erkannte den Mann gegen 4.45 Uhr, als sie seine Fahrkarte an der Haltestelle Salzderhelden kontrollierte, sagte sie der Hildesheimer Allgemeinen. Er habe sein Fahrrad dabei gehabt und hätte „tiefenentspannt gewirkt“. Mit einem Kollegen hätten sie leise die anderen Fahrgäste aufgefordert, in ein anderes Abteil zu gehen. Dann sperrten sie den Waggon ab und alarmierten die Polizei.

Doch N. habe die Scheiben des Waggons mit einem Nothammer eingeschlagen und sei im Bahnhof Elze aus dem Fenster gesprungen und geflüchtet. Die Polizei suchte daraufhin mit Hubschrauber, Dohnen und Spürhunden im Bereich Elze nach ihm. Mittlerweile sei die Suche bis Sarstedt ausgedehnt.

Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei seit den frühen Morgenstunden in Elze im Kreis Hildesheim nach N.. Quelle: Renate Klink

Im Zuge der Fahnung nach dem Mann ist die Bahnstrecke zwischen Hannover beziehungsweise Hildesheim und Göttingen von 5 bis etwa 12 Uhr gesperrt gewesen. Das teilte die Deutsche Bahn mit Hinweis auf eine Polizeiaktion unter anderem über Twitter mit. Weil die einzige Umfahrungsstrecke überlastet war, fielen am Morgen die meisten Züge zwischen Göttingen und Hannover aus. Auch im weiteren Tagesverlauf gab es viele Verspätungen auf der Strecke.

Die Hotline der Polizei für Hinweise: 0551/4913000

Inzwischen hat die Polizei Göttingen eine Telefonnummer für Hinweise auf den Gesuchten freigeschaltet: 0551/4913000.

Der 52 Jahre alte Frank N. aus Göttingen ist nach derzeitigem Stand der Ermittlungen dringend tatverdächtig, am Mittag gegen 13.05 Uhr im Zollstock eine 44-jährige Frau angegriffen und tödlich verletzt zu haben. Opfer und Täter waren miteinander bekannt. Außerdem wurde eine 57-jährige Frau durch Messerstiche in den Unterleib lebensgefährlich verletzt. Ein anderer Mann erlitt Schnittverletzungen an Händen und Armen.

Die Polizei hat die Fahndungsmaßnahmen nach dem Tatverdächtigen im Laufe des Donnerstagnachmittags erheblich intensiviert. Noch fehlt von dem 52-Jährigen aber weiterhin jede Spur. Wer Frank N. sieht, wird gebeten, sich unbedingt sofort unter der 110 bei der Polizei Göttingen zu melden.

Die Polizei suchte zeitweise mit einem Hubschrauber nach dem Flüchtigen. Der Bereich rund um den Tatort im Stadtteil Grone wurde weiträumig abgesperrt. Informationen, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Messer handelte, bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Während der Großfahndung sperrte die Deutsche Bahn vorsorglich den Göttinger Bahnhof und die Strecke zwischen Hannover beziehungsweise Hildesheim und Kassel. Mehrere Züge im Fernverkehr wurden umgeleitet. Die Sperrung wurde am Nachmittag nach rund zwei Stunden aufgehoben.

FC Eintracht Northeim trauert um Opfer

Mittlerweile hat der FC Eintracht Northeim bestätigt, dass es sich bei dem Opfer um die Frau eines Trainers des Vereins handelt. Der Verein drückt auf seiner Homepage seine Trauer und sein Beileid aus. „Da spielt Fußball keine Rolle mehr“, sagt Florian Becker, FC-Trainer und Mitglied des Vorstandes.

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Von RND/Lea Lang/ms