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Göttingen Nach Messerattacke vor Göttiner Landgericht
Die Region Göttingen Nach Messerattacke vor Göttiner Landgericht
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13:15 29.12.2016
Von Markus Scharf
Quelle: dpa
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Göttingen

In der Nacht des 19. Juli 2016 soll es vor einem Lokal am Wilhelmsplatz zur Auseinandersetzung zwischen den drei Asylbewerbern aus Afrika, die zur Tatzeit seit knapp einem Jahr in Göttingen lebten, gekommen sein. Nach Angaben der Polizei war der Streit gegen 3.50 Uhr auf der Barfüßerstraße eskaliert.

Der heute 23-jährige Angeklagte soll ein Küchenmesser aus der Hosentasche gezogen und seinem Kontrahenten die 15 Zentimeter lange Klinge in die Brust gerammt haben. Sein 32 Jahre alter Landsmann habe dabei dem Opfer dabei laut Anklage die Arme auf dem Rücken festgehalten, was dessen Verteidigungsmöglichkeiten stark eingeschränkt habe.

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Der Marokkaner erlag trotz sofortiger Ersthilfe von Passanten und einer Notoperation im Uni-Klinikum am nächsten Tag seinen Verletzungen. Die Klinge hatte die linke Herzkammer getroffen und verletzt. Er starb an dem daraus resultierenden Multiorganversagen.

Der Täter flüchtete zunächst, stellte sich aber wenig später der Polizei auf der Wache Groner Landstraße und gab an, er sei von seinem Opfer verfolgt worden. Er hatte die Tatwaffe bei sich. Sein Komplize wurde im Lokal am Wilhelmsplatz von Gästen festgehalten und der Polizei übergeben.

Über das Motiv des Streits und der anschließenden Messerattacke haben die Angeklagten vor dem Haftrichter dem Vernehmen nach geschwiegen. Beide waren bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten und sitzen seit der Tat in Untersuchungshaft.