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Göttingen Nach dem Feuer in der Keplerstraße: Studierende sind wohnungslos
Die Region Göttingen Nach dem Feuer in der Keplerstraße: Studierende sind wohnungslos
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16:18 25.09.2019
Sascha, Fabian, Felix, Lucas, Anne, Magdalena, Greta und Matthias vor dem unbewohnbaren Haus in der Keplerstraße. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Es riecht auch am Mittwoch immer noch beißend-süßlich nach verbranntem Holz, selbst einige Meter vom Haus entfernt. Acht der betroffenen Studierenden haben sich vor dem Haus eingefunden. „Ich war schon wach, als das Feuer ausbrach“, erzählt Fabian von dem Morgen als der Brand ausbrach. Er habe zunächst einen komischen Geruch wahrgenommen und habe bemerkt, dass die Heizungsrohre knackten und vibrierten. Und dann zog Rauch durchs Fenster.

Fabian wohnte in der WG im Dachgeschoss. Als er runterlief, seien ihm die anderen schon entgegen gekommen und hätten geschrien: „Alle raus!“. Ihm blieb gerade noch Zeit, seine Mitbewohner zu wecken. Sie konnten sich ins Freie retten.

Wissen noch nicht wie es weitergeht: Magdalena, Sascha, Fabian, Anne, Felix, Greta, Matthias und Lucas auf der Treppe des Hauses. Quelle: Niklas Richter

Und alle hatten nur die Sachen an, mit denen sie ins Bett gegangen waren, hatten nichts mitgenommen. Nur Anne habe geistesgegenwärtig ihr Handy gegriffen. Anne sei in der ersten Zeit „unser Sprachrohr zur Welt“ gewesen, so Sascha. „Wir haben erst draußen gemerkt, wie schlimm es ist“, sagt Magda. Sie seien inzwischen für eine Übergangszeit bei Freunden untergekommen.

Am Dienstag durften die Studierenden noch einmal in die Wohnungen, Papiere und Handys holen. Die Polizei hatte das Gebäude frei gegeben, die Brandursache steht inzwischen fest. Ein technischer Defekt hat das Feuer ausgelöst. Das haben die Ermittlungen des 1. Fachkommissariats ergeben. Bei dem Brand in dem Fachwerkgebäude war ein Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich entstanden.

Sie suchen eine Wohnung

Alles ruiniert

Als sie gestern in der Wohnung standen, habe sie zunächst gedacht „das geht ja noch“, so Magda, die in der oberen Wohnung gewohnt hat. Hier ist nichts verbrannt – aber alles ruiniert durch Löschwasser und den beißenden Geruch, der sich in alle Sachen gesetzt hat. Egal ob Laptophülle, Kissen oder Fabians Trompete. „Meine Geige habe ich mitgenommen“ so Magda. Ob sie sie noch einmal benutzen kann, ist nicht klar. Momentan sei der Geruch nicht auszuhalten.

Die WG-Bewohner schauen noch einmal auf das Haus. Wie ist das so? Keine Zeit nachzudenken, sagt Magda. „Relativ emotionslos. Wir müssen neue Sachen kaufen, mit Banken und Versicherungen sprechen“, so Matthias. Momentan sehe es schlecht aus mit den Versicherungen, sagt Sascha, die meisten haben keine eigene Hausratversicherung. „Der Führerschein muss warten“, sagt Greta.

So wüteten die Flammen am Sonnabendmorgen

Sie wollen unbedingt zusammen bleiben

„Krass“ war es für Greta noch einmal in ihrer Wohnung zu stehen. Sie hat in der WG gewohnt, in der das Feuer ausgebrochen ist. Verbrannte Fotos an der Wand, ein total eingefallener Kühlschrank und „Jonas Zimmer ist nur noch ein schwarzes Loch“, sagt sie. „Wir hatten von allen Mitbewohnern Karikaturen auf einer Skizze. Alle, die dort einmal gewohnt haben. Die Historie ist verloren“, erzählt Matthias.

Die zwölf suchen nun zwei große Wohnungen, in denen sie wieder gemeinsam wohnen können. Sie wollen unbedingt zusammen bleiben. „Wir haben uns schon immer gut verstanden“, sagt Lucas. Und nach dem Erlebnis mit dem Brand könnten sie sich nur schlecht vorstellen, bei anderen einzuziehen.

Brand in der Keplerstraße: Ein technischer Defekt hat das Feuer ausgelöst. Quelle: Heller

Es sei schwer momentan etwas zu finden. „Ein blöder Zeitpunkt“, sagt Greta, „das Semester fängt ja bald an“. Für Fabian, der an der HAWK studiert, hat das neue Semester sogar schon angefangen. Ebenso wie für Felix, der gerade Vorkurse bestreiten muss. Er war gerade erst nach Göttingen gekommen, bei den Eltern ausgezogen. „Ich hatte mich so gefreut.“ „Wir würden auch etwas für eine Übergangszeit nehmen, um dann in Ruhe suchen zu können“, sagt Sascha.

Wer den jungen Frauen und Männern helfen möchte, vielleicht sogar eine Wohnung bieten kann, kann sich unter anne.hapke95@gmail.com melden.

Von Christiane Böhm

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