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Göttingen Prozess in Göttingen: Bande stiehlt ganze Lkw-Ladungen mit Metall
Die Region Göttingen Prozess in Göttingen: Bande stiehlt ganze Lkw-Ladungen mit Metall
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18:56 26.02.2019
Vor dem Landgericht Göttingen wird wegen Bandendiebstahl und Bandenhehlerei verhandelt.
Vor dem Landgericht Göttingen wird wegen Bandendiebstahl und Bandenhehlerei verhandelt. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Um die Beute abtransportieren und weiterverkaufen zu können, hatten die Bandenmitglieder zuvor diverse Lkw und Sattelzugmaschinen gestohlen. Die Staatsanwaltschaft hat den Angeklagten, der unter verschiedenen Alias-Namen aufgetreten ist, wegen schweren Bandendiebstahls und Bandenhehlerei in insgesamt vier Fällen angeklagt.

Monatelange Ermittlungen führen zum Erfolg

Die Polizei hatte monatelang unter großem Aufwand gegen die Bande ermittelt. Durch Telefonüberwachung und umfangreiche Datenauswertungen konnten die Fahnder die Aktivitäten der organisiert vorgehenden Bande so genau nachverfolgen, dass sich die jeweiligen Tatbeiträge konkret einzelnen Personen zuordnen ließen. Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben 35 Jahre alt ist, wurde im vergangenen September aufgrund eines vom Amtsgericht Göttingen erlassenen europäischen Haftbefehls in Spanien festgenommen. Nach seiner Auslieferung kam er in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Es ist bereits der zweite Prozess in diesem Komplex. Das Landgericht Göttingen hatte im Dezember 2017 zwei weitere Bandenmitglieder in einem früheren Verfahren zu Gesamtfreiheitsstrafen von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Beide Männer waren ebenfalls im Ausland festgenommen worden, einer in Spanien, einer in Belgien. Die Angeklagten hatten gegen ihre Verurteilung Revision eingelegt, die der Bundesgerichtshof verworfen hat. Kurz nachdem die Urteile rechtskräftig geworden waren, geriet auch der 35-Jährige in die Fänge der Justiz.

Mehrere Tonnen Aluminium-Müll auf einen Schlag gestohlen

In dem jetzigen Prozess geht es um die gleichen Taten, die auch seinen verurteilten Komplizen zur Last gelegt worden waren. Laut Anklage hatte die Bande im Juni 2015 einen mit mehreren Tonnen Aluminium-Müll beladenen Lkw entwendet und anschließend von Hannover aus in die Nähe der niederländischen Grenze gebracht, um dort die Ladung gewinnbringend zu verkaufen. Der Angeklagte soll gemeinsam mit Komplizen einen Begleitkonvoi gebildet und den Transport abgesichert haben.

Außerdem soll der Angeklagte im Juli 2015 von Burgdorf aus mit einer zuvor entwendeten Sattelzugmaschine nach Göttingen gefahren sein. Dort hatten andere Bandenmitglieder einen Sattelauflieger erspäht, der mit Kleidung im Wert von rund 80 000 Euro beladen war. Die Bandenmitglieder koppelten den Auflieger an die entwendete Sattelzugmaschine und fuhren mit der gestohlenen Ladung nach Kassel. Der Angeklagte soll dann gemeinsam mit seiner Ehefrau versucht haben, Abnehmer für die gestohlene Ware zu finden, allerdings ohne Erfolg.

Mit gestohlenem Metall 180 000 Euro erlangt

Ebenfalls im Juli 2015 soll der Angeklagte gemeinsam mit Komplizen von einem Betriebsgelände in Hollenstedt eine Sattelzugmaschine und einen Hakenwagen gestohlen haben, um damit größere Mengen Metall von einer zuvor ausspionierten Firma in Sittensen stehlen zu können. Die Bandenmitglieder sollen dann in einer dreistündigen Aktion mit Gabelstaplern 65 Tonnen Edelstahldraht auf die Lastwagen gehievt und abtransportiert haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte durch seine Straftaten einen Wert von knapp 180 000 Euro erlangt. Dieser Betrag sei von ihm einzuziehen. Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage unterbrochen und wird im März fortgesetzt.

Von Heidi Niemann