Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Polizei und Universität in Kontakt
Die Region Göttingen Polizei und Universität in Kontakt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 22.03.2017
Die Göttinger Polizei hält die Gefährdungslage durch Anschläge für die Göttinger Universität für unverändert.
Die Göttinger Polizei hält die Gefährdungslage durch Anschläge für die Göttinger Universität für unverändert. Quelle: Archiv
Anzeige
Göttingen

Mit der Polizei sei abgestimmt, wie auf eine entsprechende Gefährdungslage zu reagieren sei, heißt es darin. Und weiter: "So ist in der Universität das Notfallmanagement einschließlich Krisenstab auch für diese Situation vorbereitet worden. Sollte sich die Situation verschärfen, werden sich das Präsidium sowie das zuständige Notfallmanagement der Universität über mögliche Sicherungsmaßnahmen abstimmen und diese festlegen."

Julia Huhnold, Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen, bestätigt, dass die Polizei zum Thema „Gefährdungslagen Islamismus / Salafismus“ in Kontakt mit der Göttinger Universität steht. Aus taktischen Gründen wolle sie aber keine Angaben über "Gefährdungslagen allgemein und im speziellen" machen, so Huhnold. Die Uni selbst, so deren Sprecher Romas Bielke, verlasse sich bei der Einschätzung der Lage auf die Polizei-Fachleute.

Das Wissen von "Ungläubigen" auslöschen

Nach der Festnahme eines 22-jährigen Nigerianers und eines 27 Jahre alte Algeriers bei einer Großrazzia in Göttingen Anfang Februar war bekannt geworden, dass sich der Anschlag, den die beiden Salafisten nach Polizeiangaben geplant hatten, offenbar gegen Studenten der Universität richten sollte. Die beiden Männer hätten offenbar „das Wissen“ möglichst vieler „Ungläubiger“ auslöschen wollen, hatte die „Bild“-Zeitung einen nicht namentlich genannten Ermittler in der Sache zitiert.

Dazu, ob der Nigerianer Kontakte zu der nigerianischen radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram hatte, äußerte sich die Göttinger Polizei nicht. Auch die Frage, ob sich der geplante Anschlag tatsächlich gegen die Universität richten sollte, wollte die Polizei nicht beantworten.

Am Dienstag hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die beiden unter Terrorverdacht stehenden islamistischen Gefährder abgeschoben werden können, obwohl sie noch keine schweren Straftaten begangen haben und in Deutschland geboren sind.  

Lob vom Bundestagsabgeordneten

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann begrüßte am Mittwoch die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, dass die beiden islamistischen Gefährder aus Göttingen nach Algerien und Nigeria abgeschoben werden. Oppermann teilte mit: "Dank der hervorragenden Ermittlerarbeit der Göttinger Polizei ist womöglich ein schwerer Anschlag verhindert worden. Dafür gebührt der Polizei große Anerkennung." Die Ausweisung und Abschiebung von in Deutschland geborenen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit erscheine zwar hart, sei aber folgerichtig, so Oppermann.

"Wer menschenverachtende Terroranschläge plant, hat in unserem Land nichts zu suchen."Die Entscheidung von Innenminister Boris Pistorius (SPD) sei auch "im Interesse der ganz überwiegenden Mehrheit der gesetzestreuen und friedfertigen Einwanderer, die bei uns leben und die am meisten unter islamistischen Gewalttaten zu leiden haben".

Anwältin kündigt Verfassungsbeschwerde an

Unterdessen kündigte die Göttinger Rechtswanwaltskanzlei Matani, die den Algerier vertritt, an, mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die Abschiebungsanordnung ihres Mandanten vorgehen zu wollen. mib/afu

Lesen Sie auch: Anwältin bestreit Anschlagspläne ihres Mandanten