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Göttingen Nachbarschaftsfest in Grone: Zum Glück nicht ins Wasser gefallen
Die Region Göttingen Nachbarschaftsfest in Grone: Zum Glück nicht ins Wasser gefallen
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20:47 27.09.2019
Das Kinderhaus Grone Süd und Jugendhaus Grone Süd waren der Publikumsliebling der Kinder: Beim Bullriding standen bis zu dreißig Kinder gleichzeitig an – den ganzen Tag über. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Der Regen am Freitagmorgen hatte die Veranstalter nicht ahnen lassen, wie gut besucht das Interkulturelle Nachbarschaftsfest der Vielfalt in Grone am Nachmittag sein würde. „Als die Bühne geliefert wurde, hat mich der Verleiher noch gefragt, ob er sie nicht wieder mitnehmen soll“, so Sabine Koch, Leiterin des Nachbarschaftszentrums Grone und Organisatorin des Fests.

Doch dann wendete sich das Wetter zum Guten: Bei der Eröffnung durch Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) und Sabine Koch waren schon um die 90 Menschen vor dem Zentrum und sobald die Rhythmen der Reggaeband Blessed & Irie erklangen, strömten weitere 100 Anwohner nach und nach auf den Jonaplatz. Bei heiterem Sonnenschein kam die Nachbarschaft wie gewünscht zusammen.

Das Interkulturelle Nachbarschaftsfest der Vielfalt in Grone war lange geplant, dann hätte der Regen fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch weit gefehlt: Am Freitagnachmittag kamen hunderte Menschen auf dem Jonaplatz zusammen und feierten das Miteinander.

An die Bühne trauten sich die Kinder und Erwachsenen aber erst, als der Sänger aus Grone Nord sie gezielt aufforderte: „Das ist unser Nachbarschaftsfestival, wir müssen zusammen feiern, kommt näher, los!“ Der Bann brach, einzelne tanzten, bei den meisten Gästen und Standbetreibern wippten zumindest die Fußspitzen mit.

Sabine Koch ist eine Königsspinne“

Das Nachbarschaftszentrum stellt für die Feste Bühne, Band und Werbung, um die Stände kümmern sich die Vereine und Initiativen selbst, so Koch. „Aber man muss sagen – Sabine Koch ist eine Königsspinne – sie hält die Fäden zusammen und macht diese Feste erst so schön“, lobte Thomas Harms aus dem Vorstand seine Kollegin. Harms kennt die Nachbarschaft schon lange und war schon einige Jahre dabei. „Wir entwickeln uns stetig weiter, jetzt haben wir die Ankerkita, in der Eltern langsam daran gewöhnt werden, ihre Kinder ein paar Stunden abzugeben“, erzählt er. Auch dieses Projekt stellte sich auf dem Fest vor.

Infostände von Groner Initiativen und Vereinen rahmten den Treffpunkt der Nachbarschaft. Die Groner Bürgerinitiative Antifaschismus (GroBiAn) informierte über ihre Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung, direkt daneben brachte IN Grone den Bürgern näher, was ein Verkauf der Häuser an die Adler Real Estate AG zu bedeuten habe. „Viele Menschen sind interessiert, aber für eine große Masse an Engagierten braucht es noch“, so Christa Siebecke aus dem Vorstand. „Steter Tropfen höhlt den Stein – auch bei diesem fröhlichen Fest geben wir gerne Informationen weiter.“

Gaumen reist um die Welt

Der Gaumen reiste um die Welt: Männliche Mitglieder von Mürüvvet servierten Köfte, gefüllte Weinblätter und mehr aus der anatolischen Küche. Mürüvvet war als Verein zum zweiten Mal dabei, die Gemeinschaft von türkischsprachigen Menschen ist noch sehr jung. Die Mitglieder schotten sich keineswegs ab. „Im Fastenmonat Ramadan haben wir zweimal Deutsche und andere Nationalitäten zum Fastenbrechen eingeladen – das waren schöne kleine Feste“, erzählt Huriye Esma. Auch Kuchen, Falafeln, Bratwurst und vieles mehr konnten die Nachbarn miteinander verspeisen. Dafür sorgten unter anderem die Internationale Kochgruppe und GroBiAn.

Besonders beliebt bei den Kindern war das Bullriding von Kinder- und Jugendhaus Grone Süd. Andere spielten Schach mit Mitarbeitern des Internationalen Bunds (IB) im Haus oder stachen Plätzchen aus an einem Stand im Freien. Einige standen auch auf der Bühne, wie zum Beispiel die Schüler der Erich-Kästner-Schule, die Gruppentänze zeigten.

Schatten der Fahndung

Trotz der Sonne, der Musik und dem lauten Lachen überschattete so manches Gespräch die laufende Fahndung nach Frank Naaß. „Eine Familie ist hier, die das Ganze fast live erlebt hat – es geht ihnen schlecht, aber sie sind trotzdem gekommen“, erzählt Koch. „Als ich gestern Abend durch Grone lief, habe ich mich aber total sicher gefühlt. Sofort nach dem Bekanntwerden des Vorfalls standen hier überall die Männer an der Straße und haben aufgepasst – und alle Bewohner aufeinander gegenseitig – wo hat man so etwas schon außer in diesem Stadtteil?“ Das Miteinander sei sehr stark und „alle haben das Bedürfnis, sich zu zeigen und ins Gespräch zu kommen – auch nach so einem Tag“, so Koch weiter.

Von Lea Lang

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