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Göttingen Neue Pläne, neue Quartiersmanagerin
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13:47 15.12.2017
Sabrina Richter, neue Quartiersmanagerin im Ebertal, und Dr. Michael Bonder, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Göttingen. Quelle: Arne Bänsch
Göttingen

Zu einem Nachbarschaftszentrum will die Arbeiterwohlfahrt Göttingen ihr Kinder- und Jugendhaus im Wohnviertel Ebertal ausbauen. Das kündigt Geschäftsführer Michael Bonder an. Ein entsprechendes Konzept entwickelt die neue Quartiermanagerin, Sabrina Richter.

„Wenn zum neuen Schuljahr 2019/20 der Anbau an die Lohbergschule fertig wird, geben wir unsere anderthalb Hortgruppen und die Ganztagsbetreuung an die Schule ab’“, berichtet Bonder. Dann bleibe im Kinder- und Jugendhaus, Lönsweg 16, nur noch die offene Jugendarbeit mit der Hausaufgabenbetreuung. Das Angebot soll erweitert werden. Grund dafür sind die Pläne der Städtischen Wohnungsbau Göttingen in den kommenden zehn Jahren den Häuserbestand unter dem Motto „Grüne Mitte Ebertal“ zu modernisieren. Die Zahl der Wohnungen werde um 145 Stück auf dann 600 Wohnungen steigen. Entsprechend lege die Einwohnerzahl zu. Heute lebten 970 Bürger im Viertel, so Bonder.

Wie in Grone

„Vor diesem Hintergrund wollen wir aus unserem Kinder- und Jugendhaus ein Nachbarschaftszentrum machen, wie es das bereits in Grone gibt“, sagt Bonder. Die Stelle der Quartiersmanagerin werde über das Programm „Göttinger Quartiere – Gemeinsam geht mehr“ finanziert. Richter erarbeite bis Ende 2018 ein Konzept. Die Einrichtung, die im Ebertal als „Häuschen“ bekannt sei, kehre damit zu ihren Anfängen zurück. Sie habe sich aus dem ehrenamtlichen Engagement von Anwohnern entwickelt. Der Zusammenhalt der Menschen im Viertel sei immer groß gewesen.

„Entstanden ist das Quartier nach dem Ersten Weltkrieg als Barackensiedlung für Menschen mit niedrigem Einkommen“, berichtet der Awo-Geschäftsführer. In den 60er-Jahren seien die 80 Baracken auf der zehn Hektar großen Fläche zwischen Liegnitzer Weg und Am Steinsgraben, zwischen Wörthstraße und Görlitzer Straße durch drei- bis fünfgeschossige Blocks mit Sozialwohnungen ersetzt worden. Heute beziehen 33 Prozent der Einwohner Transferleistungen (stadtweit: zehn Prozent), so Bonder.

Mittagessen für Schulkinder

Als Treffpunkt im Quartier entstand das zweistöckige Häuschen. Anfangs teilte sich die Awo das Gebäude mit dem 1979 gegründeten SC Hainberg, bis dieser 1995 in ein eigenes Clubhaus umzog. Im Jahr 2000 richtete die Awo die erste Hortgruppe ein. Später organisierte die Awo gemeinsam mit der benachbarten Lohbergschule die Ganztagsbetreuung. Bis heute essen die Schulkinder mittags am Lönsweg.

Richter, die aus dem Landkreis Northeim stammt und in Nordhausen Sozialmanagement studiert hat, knüpft seit Oktober Kontakte im Quartier. Sie erfasst, was es bereits an Aktivitäten im Viertel gibt. So trifft sich im Häuschen eine Vater-Kind-Gruppe. Es existiert ein Elterncafé. Vom Häuschen aus erkundet die Gruppe „Die Göttinger Flaneure“ um Naturpädagogin Christine Schattke mit ihren 20 Aktiven historische Orte der Stadt. Solche Angebote will Richter ausbauen.

Sanierungsbedarf am Häuschen

Ein Nähtreff oder ein Spieleabend seien denkbar, sagt sie. Angebote solle es insbesondere für Menschen ab 60 Jahren geben, die ein Viertel der Bewohner ausmachten (stadtweit: 22 Prozent). Eine andere Zielgruppe seien Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Sie machten ein Drittel der Bewohner aus (stadtweit: 23 Prozent).

„Wir müssen auch das Gebäude sanieren“, sagt Bonder. Im Souterraingeschoss dringe Feuchtigkeit ein.

Von Michael Caspar

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