Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Nachrüstpflicht für Rauchmelder bis Ende 2015
Die Region Göttingen Nachrüstpflicht für Rauchmelder bis Ende 2015
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:22 15.09.2014
Von Britta Eichner-Ramm
Rauchmelder sind ab Ende 2015 in Mietwohnungen Pflicht. Quelle: Pförtner
Anzeige
Göttingen

Bei Städtischer Wohnungsbau, Volksheimstätte und Wohnungsgenossenschaft sind mehr als 13 000 Wohnungen betroffen. Hinzu kommen rund 4500 Wohnheimplätze des Studentenwerks und unzählige private Wohngebäude. Wie bereiten sich die Gesellschaften vor?

Sämtliche 4600 Wohnungen der Städtischen Wohnungsbau seien bereits mit Rauchmeldern ausgestattet worden, sagt Geschäftsführer Rolf-Georg Köhler – etwa 13 800 Geräte seien installiert worden. Die Volksheimstätte kalkuliert mit etwa 15 000 Rauchmeldern, die in 2600 eigenen Wohnungen und rund 1400 Fremdverwaltungsobjekten installiert werden müssen, teilt das Unternehmen mit. Und auch die Wohnungsgenossenschaft muss zwischen 15 000 und 18 000 Geräte anschaffen, um ihre 4500 Haushalte damit auszustatten.

Anzeige

Per Funk fernüberwacht und gewartet

Alle drei Gesellschaften setzen auf Geräte, die per Funk fernüberwacht und gewartet werden. Die Anschaffungskosten liegen pro Gerät bei zirka 30 Euro, könnten aber auch für fünf Euro (netto) pro Gerät und Jahr gemietet werden, so die Auskunft der Volksheimstätte.

Die Wohnungsgenossenschaft favorisiere die Gerätemiete, sagt der technische Geschäftsführer Carlo Scherrer. Grund: „Wir sind nicht nur zum Einbau sondern auch für die Unterhaltung verpflichtet.“ Einmal jährlich in die Wohnungen zu gehen, um die Funktionstüchtigkeit der Rauchmelder zu überprüfen, sei nicht praktikabel.

„Da müssten wir zusätzliche Mitarbeiter einstellen,“ begründet Scherrer. Und wie auch die Städtische Wohnungsbau wolle man die Kontrolle und den etwa alle zehn Jahre fälligen Batteriewechsel nicht dem Mieter überlassen. Bei den Geräten, die angeschafft werden sollen, müsse der Dienstleister für die jährliche Prüfung nicht in die Wohnungen, erklärt Scherrer. Das erfolge per Funk.

7500 Geräte für 4500 Wohnheimplätze

Volksheimstätte und Wohnungsgenossenschaft haben Geräteanschaffung und -wartung inzwischen ausgeschrieben. Auf die Mieter kämen nach Einbau etwa 6,30 Euro (brutto) pro Rauchmelder und Jahr an zusätzlichen Betriebskosten zu, so Scherrers Kalkulation. Und während die Volksheimstätte bereits in diesem Jahr mit dem Einbau der Geräte beginnen will, plant die Wohnungsgenossenschaft die Installation erst im Laufe des Jahres 2015.

Auch sämtliche Wohnungen und Wohnheimzimmer des Studentenwerks müssen noch flächendeckend mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden, teilt Katrin Schöll von der Studentischen Kommunikation des Studentenwerks mit. In der Summe handle es sich um etwa 4500 Wohnheimplätze für die rund 7500 Geräte benötigt würden. Einzig in die in den vergangenen Jahren sanierten Wohnheime seien die Rauchmelder bereits eingebaut worden.

Das Investitionsvolumen des Studentenwerks für die Nachrüstung der Wohnheime in puncto Brandschutz belaufe sich auf geschätzte 180 000 Euro, so Schöll. Die flächendeckende Installation der Geräte sei bis Ende 2015 geplant.

Drei Brand-Tote 2013

Göttingen. Warum sind Rauchmelder so wichtig? Für den Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr, Frank Gloth, ist das keine Frage: Sie können Leben retten. „Allein im Jahr 2013 gab es in der Stadt Göttingen drei Brand-Tote“, im Februar kam in der Reinhäuser Landstraße eine Frau ums Leben, im Juni erlag ein Mann aus der Königsberger Straße seinen Brandverletzungen und Ende Oktober starb eine Frau auf dem Holtenser Berg.

Gloth nennt ein Beispiel, bei denen ein Feuer glimpflich ausging, weil die Bewohner Rauchmelder in der Wohnung installiert hatten: im Februar dieses Jahres wurde eine siebenköpfige Familie obdachlos, weil Flammen sie am frühen Morgen in der Reinhäuser Landstraße im Schlaf überraschten. Dank der Rauchmelder hätten sie das brennende Haus rechtzeitig verlassen können. „Wenn das nicht überzeugt…“, sagt Gloth.