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Göttingen Nachtarbeit gegen Unfälle, Staus und Fehlzeiten
Die Region Göttingen Nachtarbeit gegen Unfälle, Staus und Fehlzeiten
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19:25 24.07.2009
Kasseler Landstraße: Auf Baustellen im Göttinger Stadtgebiet wird bis längstens 18 Uhr gearbeitet.
Kasseler Landstraße: Auf Baustellen im Göttinger Stadtgebiet wird bis längstens 18 Uhr gearbeitet. Quelle: Heller
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Baustellen produzieren Unfälle, Staus und Produktivitätsausfälle, sagen Experten. Fachleute fordern daher seit Jahren, die Arbeitszeiten an Baustellen auszuweiten – bis in die Nacht hinein. Als generelles Patentrezept, so sagen die öffentlichen Auftraggeber in der Region, sei diese Idee jedoch unbrauchbar.

„Im Stadtgebiet“, sagt Michael Ernst, Leiter des Fachbereichs Tiefbau bei der Göttinger Stadtverwaltung, „können wir gar nicht nachts arbeiten lassen.“ Grund: der Baustellenlärm. Ab 19 Uhr sei ein Baustellenbetrieb daher schwierig, ab 22 Uhr „geht gar nichts“.

„Brisante Baustellen“

Städtische Baustellen seien so gut wie immer von 7 bis 18 Uhr in Betrieb, meint Ernst. Nur bei „brisanten Baustellen“ mit großen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss werde die Zeit ausgeweitet, dann auch schon mal in den Zweischichtbetrieb.

Allein auf deutschen Autobahnen gibt es in diesem Sommer etwa 300 Baustellen, ermitttelte kürzlich das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Besonders geplagt sind derzeit die Autofahrer auf der A 7 zwischen Kassel und Hannover. Dem trage der Auftraggeber, die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Gandersheim, Rechnung, versichert Behörden-Vizechef Heiko Lange. Auf hochbelasteten Strecken wie eben der A 7 werde mindestens von montags bis sonnabends 24 Stunden am Tag gearbeitet, auch wenn das wegen der Nachtzuschläge mehr Geld koste. Wo es eng werde wie beispielsweise zwischen Parensen und Nörten, zwischen Echte und Rhüden und für Markierungsarbeiten zwischen Northeim und Salzgitter werde nur nachts gearbeitet, um den stärkeren Tagesverkehr nicht zu behindern.

Bei „ausgesuchten Baustellen“, erklärt Behördenleiter Udo Othmer, setze seine Behörde auch ein sogenannten Bonus-Malus-System ein: Wenn die Firma schneller als kalkuliert fertig wird, erhält sie mehr Geld, wenn sie länger braucht, wird ihr das Geld gekürzt. Auch die Göttinger Stadtverwaltung, sagt Tiefbau-Leiter Ernst, habe mit diesem System „sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Von Matthias Heinzel

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