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Göttingen Nadelöhr bei Göttinger Café Cron & Lanz genehmigt
Die Region Göttingen Nadelöhr bei Göttinger Café Cron & Lanz genehmigt
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18:35 21.04.2014
Von Ulrich Schubert
Eng, aber rechtlich abgesichert: Zwischen Laterne und Zaun müssen Lkw-Fahrer mit Augenmaß fahren. Quelle: EF
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Göttingen

„Besonders für den Lieferverkehr wird es eng“, vermutet Tageblatt-Leserin Doris Kusterer und lieferte gleich ein Beweisfoto mit: Ein Lastwagen, der sich bei der Anlieferung mühsam durch eine Engstelle zwängt.

Das scheinbare Problem: Dem neuen eisernen Zaun gegenüber steht seit Umgestaltung der Weender Straße eine Straßenlaterne. Es wirkt so, als bliebe kaum Platz für größere Fahrzeuge zwischen Zaun und Lampenmast.

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„Wer genehmigt so etwas“, fragt Kusterer weiter und vermutet gar einen Schildbürgerstreich. Absolut zu Unrecht, kontert Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Vor dem Zaun-Bau sei alles mit dem Café abgestimmt worden. Der Abstand zwischen Zaun und Laterne sei deutlich größer als nach Straßenverkehrsordnung und anderen Baugesetzen vorgegeben.

Tageblatt hat nachgemessen

Die vorgeschriebene Mindestbreite betrage drei Meter, der monierte Abstand hingegen sogar 3,20 Meter. Und Johannson hat Recht, das Tageblatt hat nachgemessen. Breiter als drei Meter dürfen normal zugelassene Lastwagen übrigens auch nicht sein.

„Natürlich ist und war uns bewusst, dass es an dieser Stelle in der Fußgängerzone ein wenig enger für den Lieferverkehr werden kann“, fügt Johannson an. Das sei aber keine besonders neue Erfahrung für den Lieferverkehr in Fußgängerzonen.

Somit stelle die  „Einengung“ durch den Café-Zaun während der Sommersaison (im Winter wird er abmontiert) kein größeres Problem dar. Und den Fahrern der Lastwagen „ist es im Zweifelsfall durchaus zuzumuten, die Seitenspiegel an ihren Fahrzeugen einzuklappen, wenn sie die Fußgängerzone dort durchfahren“.

„Das passt schon“

Das sieht auch Frank Gloth als Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr so. „Wir haben es geprüft, das passt schon“, sagt er zum neuen Nadelöhr. Bei 3,20 Meter Breite könne auch das große Drehleiterfahrzeug problemlos passieren. Etwas schwieriger werde es nur, wenn eine solch enge Passage von einer Hauswand oder Mauer begrenzt ist.

Um den Zaun hatte es zuvor eine Auseinandersetzung gegeben. Die Stadt wollte solche Barrieren in der Fußgängerzone generell verbieten. Dagegen protestierten Gastronomen, das betroffene Café klagte gar. Schließlich einigte man sich auf eine Kompromisslösung mit mobilen Zaunpfosten.

Gegen solche „Stolperfallen“ aber protestierte der Behindertenbeirat. Schließlich genehmigte die Stadt eine feste Begrenzung der Außengastronomie vor dem Café.