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Göttingen Nähen für Brustkrebs-Patientinnen in Göttingen
Die Region Göttingen Nähen für Brustkrebs-Patientinnen in Göttingen
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00:18 29.01.2018
In der Nadelzeile in Göttingen entstehen Herzkissen für Brustkrebs-Patientinnen an der Uniklinik.
In der Nadelzeile in Göttingen entstehen Herzkissen für Brustkrebs-Patientinnen an der Uniklinik. Quelle: Vera Wölk
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Göttingen

Kissen in Herzform sollen an Brustkrebs erkrankten Frauen helfen. Durch ihre Form können sie unter die Achselhöhle geklemmt werden und so dazu beitragen, den Druckschmerz nach der Operation zu lindern.

Die Idee, Patientinnen an der Uniklinik Göttingen zu unterstützen, sei innerhalb eines Nähkurses entstanden, sagte Ulrike Germroth vom Geschäft Nadelzeile in der Groner Straße. Denn jeder kenne jemanden, der die Diagnose Brustkrebs bekommen habe. Die Kissen erleichtere den Betroffenen das Liegen und biete Schutz vor Stößen oder plötzlichen Bewegungen. „Sie haben zudem eine symbolische Bedeutung als Trostkissen und sollen Hoffnung und Zuversicht schenken“, sagte Germroth. Die Herzkissen werden etwa alle sechs Wochen genäht. Die Nähmaschinen und Stoffe stellt die Nadelzeile zur Verfügung, das Füllmaterial werde von der Firma Freudenberg gespendet. „Bei einer Nähaktion entstehen etwa zehn Kissen. Wenn wir noch mehr Mitstreiter finden, dann können es auch mehr werden“, sagte Germroth. Eine Teilnahme an der Aktion sei auch möglich, wenn jemand nicht nähen könne oder wolle. „Es gibt zahlreiche Aufgaben. Die Kissen müssen zugeschnitten und gefüllt werden. Außerdem werden sie von Hand zugenäht, was viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagte Germroth. Wenn genug Kissen entstanden sind, werden diese an das Brustzentrum der Uniklinik übergeben. „Bei der ersten Übergabe im November haben wir 40 Kissen gespendet“, sagte Germroth.

Nach Angaben von Sabine Knackstedt, die als sogenannte Brustschwester am Brustzentrum tätig ist, werden die Kissen von den Patientinnen gut angenommen. „Sie bekommen die Kissen bei ihrer Entlassung überreicht“, sagte Knackstedt. Die Freude bei den Patientinnen sei groß, da jemand an sie denke, und sie in der für sie schweren Zeit nicht allein seien. Sie und Adelgund Emons, Ärztin an der Uniklinik, kamen zur Nähaktion, um sich bei den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz zu bedanken. „Für die Kissen werden schöne Stoffe ausgewählt“, sagte Knackstedt. Knackstedt und Emons halfen ebenfalls bei der Anfertigung neuer Kissen mit, indem sie unter anderem Stoffe zuschnitten.

Vier Teilnehmerinnen waren am Donnerstag in die Nadelzeile gekommen, um sich an dem Projekt zu beteiligen. Ihre Gründe sich einzubringen sind vielfältig. „Ich habe selbst bereits zweimal eine krebsartige Vorstufe zu Brustkrebs gehabt und finde es toll, dass sich Menschen darüber Gedanken machen, wie den Patientinnen geholfen werden kann“, erklärte eine Teilnehmerin. Eine andere hat während eines Nähkurses von dem Projekt erfahren und spontan entschieden, dies zu unterstützen.

„Wir freuen uns, dass unsere Idee Mitstreiter gefunden hat. Denn so können wir mehr Betroffenen mit unseren Kissen eine Freude bereiten“, sagte Germroth. Die nächste Herzkissen-Nähaktion ist für Donnerstag, 8. März, von 18 bis 20 Uhr in den Räumen der Nadelzeile, Groner Straße 8 geplant.

Von Vera Wölk

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