Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Natalie O’Hara: In Göttingen zu drehen ist ihr „Traum“
Die Region Göttingen Natalie O’Hara: In Göttingen zu drehen ist ihr „Traum“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 21.08.2019
Sven Schreivogel und Natalie O'Hara wollen Göttingen wieder zur Filmstadt machen. Quelle: bib
Anzeige
Göttingen

Göttingen soll wieder Drehort für Serien und Filme werden: Das ist das Ziel der „Initiative Drehort Göttingen”, die der Göttinger Hörspiel- und Filmproduzent Sven Schreivogel gemeinsam mit der Schauspielerin Natalie O’Hara voranbringen will. O’Hara ist als Schauspielerin in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor” bekannt. Sie spielte unter anderem aber auch in anderen Serien und Filmen wie beispielsweise „SOKO Stuttgart", „Rosenheim Cops”, „Küstenwache” und „Forsthaus Falkenau”. Wie sie erzählt, so hatte sie „sehr große Lust in Göttingen etwas zu machen“ und kontaktierte Schreivogel.

Schauspielerin mit Göttinger Wurzeln: Natalie O'Hara. Quelle: r / Susanne Sigl

„Die Geschichte der Filmstadt Göttingen kannte ich ja schon von meinen Eltern”, sagt die 42-Jährige. Sie ist im Göttinger Ostviertel aufgewachsen, heute dreht sie überall in Deutschland. Wenn sie nicht dreht, lebt sie mit ihrer Familie auf Mallorca.

„Als sich Natalie sich bei mir meldete, war ich positiv erschrocken”, erzählt Schreivogel und lacht. Über die prominente Unterstützung freute er sich natürlich sehr. „Ich bin in Grone aufgewachsen, quasi gegenüber der ehemaligen Filmaufbau Göttingen”, erzählt der Kenner der Göttinger Filmgeschichte. Schreivogel hat bereits rund 2000 Abbildungen und andere Dokumente über die Göttinger Filmgeschichte zusammengetragen. „Wir wollen das aufarbeiten und die Filmstadt wieder in und außerhalb der Stadt ins Bewusstsein der Menschen rücken”, sagt er.

O’Hara: „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt“

Und: Die beiden wollen Göttingen als Drehort und TV-Kulisse neu etablieren. „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt” sagt O’Hara. Göttingen habe eine ideale Lage zwischen den etablierten Drehorten Hamburg, München, Köln und Berlin. „Die Stadt liegt sowas von in der Mitte”, sagte sie am Dienstagabend. Innerdeutsche Flüge seinen heute wegen der Klimabilanz umstritten. Mit dem ICE könne man aus von allen anderen Drehorten in Deutschland aus die Stadt schnell erreichen. „Das sollte man dringend nutzen”, so die Schauspielerin. Schreivogel und O’Hara versprechen sich von einem „Drehort Göttingen” auch Vorteile für den Tourismus in Göttingen. Sie wollen die Stadt langfristig als Filmstadt etablieren. O’Hara weiß, dass die Kulisse für ihre Serie „Der Bergdoktor“, nämlich Elmau am Wilden Kaiser in Tirol, ein beliebtes Ziel von Fans und Touristen ist. „An speziellen Fan-Tagen kommen bis zu 4000 Besucher dorthin”, sagt die Schauspielerin, die in der Serie eine Wirtin spielt. Wie Schreivogel erklärt, habe man bereits mit Stadtverwaltung und Göttingen Tourismus Kontakt aufgenommen, weitere Gespräche seien geplant. „Uns wurde aber bereits Unterstützung signalisiert”, so Schreivogel. Serien wie „Rote Rosen” in Lüneburg, „Familie Dr. Kleist“ in Eisenach oder „Wilsberg” in Münster hatten die Städte bekannter gemacht. „Solch ein Format gibt einer Stadt immer einen Impuls”, sagt O’Hara.

Göttingen hat viele Kulissen zu bieten

Göttingen habe so viele Kulissen zu bieten – von der Uni über das Ostviertel bis hin zum Idunazentrum – das ja auch im ersten Göttingen-Tatort eine zentrale Rolle spielte. „Hier könnte man sehr viel machen”, sagt O’Hara. Ob sie selber in ihrer Heimatstadt vor der Kamera stehen möchte? „Das wäre natürlich ein Traum“, sagt sie.

Die beiden wollen nun zunächst einen „Location-Guide”, eine Art Imagefilm mit möglichen Drehorten erstellen. Dazu sollen Stoffen und mögliche Drehbücher entwickelt werden. Ein Workshop im Herbst sei zudem geplant. „Wir stehen noch ganz am Anfang”, sagt Schreivogel. Aber sie wollen nun den „Push”, den die Tatort-Produktionen geleistet haben, nutzen, sie sehen in Göttingen großes Potenzial. Und das zu nutzen, das habe man bislang „komplett verschlafen”.

Natalie O’Hara – Schauspielerin aus Göttingen

Natalie O’Hara wurde am 17.12.1976 in Göttingen geboren, heute lebt sie in der Nähe von Hamburg und auf Mallorca. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Stage School of Music, Dance & Drama in Hamburg. Tanz, Gesang und Klavier gehörten ebenfalls zu ihrer Ausbildung, sie gewann am Klavier schon den Wettbewerb „Jugend musiziert“. Vor etwa 20 Jahren, so erzählt sie, ist sie aus Göttingen weggezogen, ihre Familie lebt noch hier, ihren Mann heiratete sie in Göttingen. Oft sei noch zu Besuch hier, sagt die Schauspielerin. O’Hara spielt heute nicht nur eine feste Rolle in der Serie „Der Bergdoktor“, sie spielt zudem regelmäßig Theater, unter anderem in Hamburg, Hanau und Stuttgart. Außerdem ist die Schauspielerin dem ZDF-Publikum aus Hauptrollen in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt. Seit 2017 steht sie auch für die Reihe „Die Toten von Salzburg“ vor der Kamera. 2019 werden zwei weitere Teile gedreht. Ihr Debüt als Moderatorin gab Natalie O’Hara 2013 beim Göttinger „Pop-meets-Classic“ in der Lokhalle. Im März 2019 bekam „Der Bergdoktor“ als beliebteste Heimatserie die Goldene Kamera verliehen.

Von Britta Bielefeld

Ein Abend für Heinz Erhardt: Talk, Musik und den Kult-Film „Natürlich die Autofahrer“ – all das hat das Cinemaxx Göttingen am Dienstagabend geboten.

21.08.2019

Der designierte Präsident der Universität Göttingen, Sascha Spoun, will das Amt nicht antreten. Der Präsident der Universität Lüneburg sollte 2020 an die Georgia Augusta wechseln. Update: Stimmen und Meinungen zum Rücktritt sowie die Erklärung im Wortlaut ergänzen unsere Berichterstattung.

21.08.2019

Die ICE-Linie 22 Hamburg-Stuttgart soll vom 16. September bis 14. Dezember Göttingen nicht mehr anfahren. Dagegen protestieren Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Landrat Bernhard Reuter.

21.08.2019