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Göttingen Neonazi Heise geht gegen Aktionskünstler vor
Die Region Göttingen Neonazi Heise geht gegen Aktionskünstler vor
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21:29 30.12.2017
Politkünstler vom Zentrum für Politische Schönheit haben Björn Höcke in Bornhagen ein Holocaust-Mahnmal vor die Haustür gebaut. Quelle: mib
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Göttingen

Mitglieder des ZPS hatten ein „Denkmal der Schande“, eine Nachbildung des Holocaust-Mahnmals in Berlin, vor Höckes Haus in Bornhagen aufgebaut. Höcke hatte im Januar in Dresden das Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnet. Das ZPS hatte zudem angekündigt, dass pikante private und politische Details den Weg in die Öffentlichkeit finden. Dazu gehörten auch neue Beweise, dass Höcke unter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ in NPD-Postillen publizierte. Ladig taucht als Autor auch, so die Recherchen des Soziologen Andreas Kemper, in der von Thorsten Heise herausgegebenen Zeitschrift „Volk in Bewegung“ auf. Das ZPS hatte Heise wiederholt als „Höckes Chef“ bezeichnet.

Schwierig, die Übersicht zu behalten: Wer klagt wie gegen die Höcke-Aktion?

Gepostet von Zentrum für Politische Schönheit am Montag, 4. Dezember 2017

Auf der Internetseite landolf-ladig.de bietet das ZPS außerdem Landolf-Ladig-Fanartikel an. Auf T-Shirts, Tassen, Postern und iPhone-Hüllen sind die Konterfeis von Höcke und Heise gemeinsam abgebildet. „Landolf & Thorsten. NPD“ steht darunter.

“Landolf & Thorsten“: Merchandising des Zentrums für Politische Schönheit. Quelle: Screenshot / landolf-ladig.de

Gegen diese Bilder geht nun Heise vor und hat einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt, um die Verbreitung des Bildes zu unterbinden. Er wirft dem ZPS unter anderem vor, sein Bild zu vermarkten und Geld zu verdienen. Eine Unterlassungserklärung aus dem November hatte das ZPS nicht unterzeichnet. Das ZPS hatte den neuen Antrag am Freitag bei einem Vortrag beim 34. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs in Leipzig öffentlich gemacht.

Laut Antrag sei die Fotomontage für NPD-Mann Heise „umso ärgerlicher“, schreibt Heises Anwalt, weil sie Heise „in affirmativen Zusammenhang zu einem bekannten Protagonisten“ einer aus Heises Sicht „weit linksstehenden Konkurrenzpartei“, der AfD, stelle.

Heise, so sein Anwalt weiter, sei dem Gericht aus „einer Reihe früherer Verfahren bekannt“. Auch als Funktionär der NPD, einer „kleinen neuerdings durch das Bundesverfassungsgericht als zwar verfassungsfeindlich, aber unbedeutend eingestuften Partei“.

Am Mittwoch, 10. Januar, um 11 Uhr soll es nun zu einer Güteverhandlung vor dem Landgericht Göttingen kommen. Heises Anwalt hatte zuletzt ein Mitglied der rechtsextremen „Volksbewegung Niedersachsen“ vor dem Landgericht vertreten und war zuvor auch schon für Heise tätig.

Von Michael Brakemeier

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