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Göttingen Neu im P.S.Speicher: Tigerente mit bewegter Geschichte
Die Region Göttingen Neu im P.S.Speicher: Tigerente mit bewegter Geschichte
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13:11 13.01.2019
Die Tigerente ist im P.S.Speicher angekommen. Daniel Demele (rechts) und Michael Gallner begutachten ihr altes Reisemobil. Quelle: mlr
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Einbeck

Das neue Exponat für den Einbecker PS.Speicher ist schwarz-gelb gestreift und mit unzähligen Unterschriften und Grüßen verziert. Etwas wehmütig begutachten Daniel Demele, Michael Gallner und Lukas Hoffman den Citroën 2CV, auch „Ente“ genannt. „Da möchte man doch wieder los“, sagt Gallner.

2004 haben die vier abenteuerlustigen Studenten aus Süddeutschland, Daniel Demele, Lukas Hoffmann, Daniel Schmetzer und Michael Gallner aus einer Laune heraus beschlossen, eine Tour mit zwei Enten zu unternehmen. „Wir haben alle ein Faible für Russland und Osteuropa und wollten mal gucken, wie weit wir kommen“, erzählt Demele. Sie kamen bis nach Sibirien.

Unzählige Unterschriften, Sprüche und Grüße zieren die Tigerente. Zunächst nur als Gegenangebot für Polizisten und Zöllner gedacht, die Geld von den Abenteuern fordern wollten und stattdessen auf der Ente unterschreiben durften wurde es schnell zu einer Sammlung von „Grüßen von Menschen, die uns wohlgesonnen waren,“ so Hoffmann.

Vier Abenteurer reisen mit zwei Enten durch Russland und Osteuropa.

Der Heckaufbau der Ente ist nicht etwa für Gepäck gedacht: „Wir haben in der Ente geschlafen. Konnten so ausgestreckt liegen und, wenn wir die Klappe geöffnet haben, sogar die Sterne sehen“, erzählt Hoffmann. Zu zweit über Wochen auf zwei Quadratmetern sind die Abenteurer gereist. Doch Streit während der Reise habe es kaum gegeben. „Und wenn, haben wir uns einfach gekloppt,“ erinnert sich Demele. Die zweite Ente sei leider kurz nach ihrer Rückkehr kaputt gegangen, so Hoffmann.

Vater droht, Ente zu verschrotten

Die Tigerente landete zunächst bei dem Vater von Hoffmann. Der setzte allerdings den Jungs ein Ultimatum: Wenn sich kein anderer Stellplatz für das Auto findet, werde er es verschrotten. Hoffmann startete einen Hilferuf auf Spiegel online und die Resonanz war riesig. „Als wir uns bei Hoffmann meldeten und anbieten wollen, die Ente zu beherbergen, kam zunächst nur eine automatische Antwort, dass keine weiteren Angebote angenommen werden,“ sagt Lothar Meyer-Mertel, Geschäftsführer des PS.Speichers. Schließlich kam der Kontakt doch noch zustande. „Das ist natürlich super für uns, die passt gut hier rein“, so Meyer-Mertel.

Auch PS.Speicher-Stifter Karl-Heinz Rehkopf ist begeistert von dem neuen Exponat: „Ich habe ein Faible für Enten“. Außerdem finde sich in der Sammlung bereits eine sogenannte „Sahara-Ente“ – ein Wüstenfahrzeug, das in kleiner Stückzahl für einen Ölkonzern produziert wurde. „Die Sahara-Ente hat einen Motor vorn und einen hinten, es ist also ein Allrad-Ente,“ erklärt Rehkopf und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu. „Ich bin gespannt, wie die sich die beiden Enten verstehen.“ Natürlich darf der Stifter auch auf der Ente unterschreiben „ich verstehe, dass er im PS.Speicher sein möchte“, steht nun auf einem der Außenspiegel.

Nach einer langen Reise durch Russland und Osteuropa und Jahren in Vater Hoffmanns Schuppen hat die Tigerende nun ihr (vorläufiges) Ziel, den Einbecker PS.Speicher erreicht.

Nächste Tour zur Rente

Die Tigerente ist eine Dauerleihgabe an den PS.-Speicher. Dort wird sie zunächst im Depot zu sehen sein. Geplant sind auch Vorträge von Hoffmann, Schmetzer, Gallner und Demele. Allerdings soll sie nicht stehen bleiben. Die nächste Reise ist geplant: „Spätestens in 30 Jahren, wenn wir in Rente gehen, werden wir die Tour wiederholen“, sind sich die Abenteurer sicher. Das haben sie sich in die Hand versprochen.

Von Marie-Luise Rudolph

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