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Göttingen Neue Funde von der Römerschlacht am Harzhorn
Die Region Göttingen Neue Funde von der Römerschlacht am Harzhorn
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21:21 27.08.2010
Von Gerald Kräft
Grabung auf dem Harzhorn: Archäologen finden mit einem Pferdeskelett das erste Opfer der Schlacht.
Grabung auf dem Harzhorn: Archäologen finden mit einem Pferdeskelett das erste Opfer der Schlacht. Quelle: Niemeyer
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Kalefeld. Radiokarbondatierungen von Knochen – ein Pferdeskelett und ein Pferdezahn wurden ausgegraben – und Holzresten machen die Theorie wahrscheinlicher, dass ein Zusammenhang mit einem Feldzug des ersten Soldatenkaisers Maximus Thrax 235 besteht. Antike Quellen berichten von einem Gegenschlag gegen Alamannen im Inneren Germaniens und einer Schlacht im Moor. Die C-14-Analysen datieren die Funde auf das Jahrzehnt 230 bis 240.

Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) zeigte sich von den neuen Funden beeindruckt und sicherte die Unterstützung des Ministeriums für die nächsten Jahre zu. „Die Entdeckungen sind wichtige Teile in einem historischen Puzzle. Das archäologische Potenzial am Harzhorn ist noch lange nicht erschöpft“, sagte die Ministerin bei der Vorstellung der Funde am Mittwoch.

Seit 2008 wird am Harzhorn gegraben. Das römisch-germanische Schlachtfeld gilt als einer der ungewöhnlichsten Funde, die jemals in Norddeutschland gemacht wurden. Das einzigartig gut erhaltene Areal mit bislang 1800 Fundstücken belegt die Existenz groß angelegter militärischer Operationen rund 200 Jahre nach der „Varusschlacht“ am Teutoburger Wald. Sandalennägel, Pfeilspitzen, Katapultbolzen und zahlreiche weitere Funde wie ein antikes Hufeisen, eine sogenannte Hipposandale, erlauben Einblicke in die Zusammensetzung und die Kampftechnik der römischen Truppen und lassen die Schlacht in vielen Einzelheiten nachvollziehen. Die Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass auf römischer Seite bis zu 10 000 Soldaten an dem Geschehen beteiligt waren.

Neben der Kreisarchäologie sind das Landesamt für Denkmalpflege die Universitäten Berlin und Osnabrück, das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung und das Historische Museum Frankfurt an der Forschung beteiligt. Munitionsfunde aus dem Zweiten Weltkrieg bremsten die Archäologen im Sommer zeitweise aus, bis das Waldgebiet geräumt war.

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