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Göttingen Neue Gesamtschule: Kreis befragt 5000 Eltern
Die Region Göttingen Neue Gesamtschule: Kreis befragt 5000 Eltern
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17:13 17.09.2010
Von Ulrich Schubert
Gerüstet für eine Umwandlung: Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen will Kooperative Gesamtschule werden. Quelle: EF
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Sie sollen mitteilen, ob sie ihr Kind an eine neue Kooperative Gesamtschule (KGS) in Groß Schneen schicken würden. Sagen sie „Ja“, sei das keine verbindliche Anmeldung, betont Kreisschuldezernent Franz Wucherpfennig. Mit der Aktion werde zunächst das „grundsätzliche Interesse“ an einer Umwandlung der Haupt- und Realschule (Carl-Friedrich-Gauß-Schule) in eine KGS ermittelt.

Aus den Antworten und Geburtenzahlen werde der Bedarf an Gesamtschulplätzen für die nächsten 14 Jahre prognostiziert, erklärt Wucherpfennig weiter. Ist die Nachfrage groß genug, werde der Kreistag bei der Landesschulbehörde die Einrichtung einer neuen KGS beantragen. Über diesen Weg sind im vergangenen und in diesem Jahr bereits eine neue IGS in Bovenden und eine neue KGS in Gieboldehausen erfolgreich an den Start gegangen – beide waren vorher Haupt- und Realschulen. Mit einer KGS in Groß Schneen will der Kreistag den Süden des Landkreises abdecken.

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Gefordert ist vom Land ein Votum der Eltern aller Grundschüler im gesamten Landkreis. Das heißt: Auch Eltern aus Adelebsen, Münden oder Etzenborn entscheiden mit. Sollten später Kinder aus entfernten Gemeinden die neue KGS besuchen wollen, garantiere der Kreis für die Schülerbeförderung, so Wucherpfennig.

Die Bewertungkriterien „stehen“, so der Dezernent. Mit einer Auswertung rechnet er gegen Ende der Herbstferien. Unterdessen beklagen Eltern mit Kindern im Kindergarten-Alter, dass sie nicht in die Befragung einbezogen werden. Das Land Niedersachsen erwarte eine Entwicklungsprognose für 14 Jahre. Damit wären auch die heutigen Kleinkinder im Spiel.

Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule (CFG) wirbt selbst für eine Umwidmung in eine KGS ab Sommer 2011. Ihr Unterrichts- und Betreuungskonzept enthalte bereits viele Elemente einer kooperativen Gesamtschule, sagt Schulleiter Jens Haepe: Seit 2009 gebe es an vier Tagen ein Ganztagsangebot, ebenso lange Integrationsklassen für Lernbehinderte. Eine neu ausgerichtete Berufsorientierung habe inzwischen Modellcharakter für viele Schulen in Niedersachsen. Schon jetzt würden in der großen und gut ausgestatteten Schule alle Kinder und Jugendlichen individuell ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert – auch in täglichen Zusatzkursen und Angeboten aus den Bereichen Sport, Musik, Technik, Kreativität.

Eine KGS vereint Haupt- und Realschule sowie Gymnasialklassen unter einem Dach. Grundsätzlich bleiben die drei Schulformen bestehen, werden aber enger verzahnt. An einer Integrativen Gesamtschule (IGS) ist die Dreigliedrigkeit weitgehend aufgehoben.

17.09.2010
Michael Brakemeier 16.09.2010
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