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Göttingen Neue IGS in Göttingen startet mit 112 Schülern
Die Region Göttingen Neue IGS in Göttingen startet mit 112 Schülern
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00:29 07.09.2015
Von Ulrich Schubert
Schulleiter Lars Humrich singt mit den Gästen „Alles muss klein beginnen...“ zur Eröffnung der neuen IGS in Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Weende

Es dauert nur ein paar Sekunden, und die Anspannung aus den Gesichtern der Kinder ist verflogen – oder eher ein paar Takte: Fröhlich singen ihre künftigen Lehrer und Lernbegleiter ein Lied, Schulleiter Lars Humrich spielt Gitarre. „Alles muss klein beginnen...“, heißt der Song. „Und das gilt auch für uns“, sagt Humrich später. „Noch sind wir klein, und wir wollen mit euch wachsen“, auch wenn die Gründung einer neuen Schule „schon heute ein Riesending ist“.

Ein „Riesending“ mit 112 Schülern, darunter neun mit besonderem Integrations- und Förderbedarf. Vier Klassen beziehungsweise Stammgruppen werden sie bilden. Wachsen soll die Neue IGS aufsteigend vom 5. Jahrgang an in Räumen der Voigt-Realschule in Weende. Die Realschule nimmt zugleich keine Schüler mehr auf und wird in ein paar Jahren schließen, ebenso die Käthe-Kollwitz- und die Heinrich-Heine-Hauptschule.

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Für die neue IGS hat die Stadt als Träger der Schule einen Gebäudekomplex renoviert, Mensa und Turnhalle nutzen sie gemeinsam mit den Realschülern. Wie ihre Schwestern ist sie eine gebundene Gesamtschule mit Unterricht bis in den Nachmittag hinein, einschließlich Mittagessen. Genehmigt ist sie vorerst bis Jahrgang Zehn.

Die Forderung nach einer dritten IGS in Göttingen gab es schon lange. Seit Jahren mussten die beiden bestehenden Gesamtschulen jährlich viele Kinder abweisen. Zugleich gab es kaum noch Anmeldungen an den Hauptschulen. Und auch die Realschule wird von Kindern und Eltern nach der Grundschule kaum noch gewählt. Eine neue und intensivere Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Göttingen seit vergangenem Jahr ebnete schließlich den Weg für die „Neue IGS“. Ihre gemeinsame Schulstrategie schließt auch die IGS in Bovenden mit ein.

Dass der Traum von einer dritten IGS in Göttingen jetzt Wirklichkeit geworden ist, sei „vielleicht sogar ein Wunder“, sagte Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske und erinnerte zugleich an die lange und nicht immer einfache Vorbereitung. Gesamtschulen seien genau die richtige Schule für Kinder, die ihren Weg nicht auf der geraden Linie finden könnten. „Wir wollen eine Schule sein, in der die Schüler an ihren Stärken wachsen“, erklärte Humrich zu ihrem Konzept, bevor die Tutoren und weitere Mitarbeiter allen Kindern, Eltern und Großeltern schon einmal ihre Stärken verrieten.