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Göttingen Festliches Stadtgeläut nach Glockenweihe
Die Region Göttingen Festliches Stadtgeläut nach Glockenweihe
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00:25 27.06.2019
Im Anschluss an die Glockenweihe in St. Albani begrüßen die anderen Stadtkirchen die neuen Glocken mit einem festlichen Stadtgeläut. Am Vier-Kirchen-Blick verfolgen viele das Glockenkonzert. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Die Weihe der beiden neuen großen Glocken hat am Sonntag Hunderte Gemeindemitglieder und Besucher in die Albani-Kirche gelockt. Nach einem Gottesdienst und einem Fest rund um die Kirche verfolgten viele von ihnen auch das seltene Schauspiel des „festlichen Stadtgeläuts“ von unterschiedlichen Punkten der Innenstadt aus.

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Nach der Weihe stand ein Fest und später ein festliches Stadtgeläut aller Göttinger Innenstadtkirchen auf dem Programm.

Einige Dutzend Menschen hatte sich zur angekündigten Zeit etwa am Vier-Kirchen-Blick nahe des Gänseliesel-Brunnens versammelt. Tatsächlich wirkte die Akustik an dieser Stelle besonders eindrucksvoll, als nach dem Glockenspiel aus dem Jacobi-Kirchturm nach und nach die Glocken verschiedener Kirchen einsetzten, bis irgendwann Glocken aus allen möglichen Richtungen läuteten. „Das ist unglaublich schön“, sagte eine Besucherin, die extra aus Bovenden nach Göttingen gekommen war. „Das könnte man eigentlich viel öfter machen“, befand sie. „Fantastisch“, „beeindruckend“, „Gänsehaut“ – in dieser Kategorie bewegten sich die Kommentare, die am Vier-Kirchen-Blick ständig zu hören waren.

Einige waren ganz gezielt gekommen und nahmen das Geläut zum Beispiel mit Diktiergeräten oder Smartphones auf, andere blieben aber auch einfach spontan stehen und ließen die von Jacobi-Glöckner Ernst Puschmann choreografierte Glocken-Show auf sich wirken. Eine besondere klangliche Vielfalt bot sich denen, die nicht die ganze Zeit am selben Ort verharrten, sondern sich zwischendurch bewegten, und sei es nur für ein paar Meter in verschiedene Richtungen. Schon dies konnte ein gänzlich anderes Klangbild hervorrufen.

30 Minuten Glockenklang

Los ging es mit einem zehnminütigen Glockenspiel von St. Jacobi („Tedeum“, „Bruder Jakob“), danach ertönte das neue Plenum von St. Albani. Alle paar Minuten setzten fortan weitere Glocken ein, erst St. Marien, dann wieder St. Jacobi, dann St. Johannis, später unter anderen auch noch St. Michael und St. Paulus. In den finalen zehn Minuten waren schließlich alle Glocken gemeinsam zu hören.

Glocken im Glockenturm von St. Albani. Quelle: Niklas Richter

Eigentlich erklingt ein solches festliches Stadtgeläut nur zu hohen kirchlichen Feiertagen – oder aber zum Jahreswechsel, doch dann geht es häufig im allgemeinen Trubel unter. Das war am Sonntag ganz anders: Viele lauschten sehr aufmerksam den unterschiedlichen, aber harmonisch aufeinander abgestimmten Tönen der verschiedenen Glocken. Manch einer hörte sehr angestrengt zu, andere schlossen einfach die Augen und gaben sich dem insgesamt halbstündigen Spektakel hin.

Symbolische Bedeutung

Die neuen Albani-Glocken trugen ihren Teil dazu bei. Sie waren zuvor im Gottesdienst feierlich geweiht worden. Schon während des Gottesdienstes wurden sie vorgestellt und auch kurz angeläutet – nacheinander die 2302 Kilogramm schwere Christus- und die 3397 Kilogramm wiegende Gnadenglocke, welche den ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses aus Luthers Kleinem Katechismus repräsentiert („Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt aller Kreatur“). Das Ensemble wird durch die Bet- und die Taufglocke vervollständigt. In seiner Predigt ging Superintendent Friedrich Selter nicht nur auf die Glocken selbst ein, sondern auch auf ihre symbolische Bedeutung: „Der Klang der Glocken gehört zum Soundtrack einer Stadt“, sagte er. Er trage eine Botschaft in die Stadt hinein und rufe zur Gemeinschaft auf. Und: „Die Geschichte der Glocken mahnt uns, den Frieden zu suchen.“

Fenster auf bei Glockengeläut

Wie schon früher öffne Selter auch heute noch gern die Fenster, wenn die Glocken läuten. Er verriet den Gottesdienst-Besuchern, dass er das besonders gern am Sonnabendabend tue: „Dann merke ich: Gott ist in der Welt, Gott ist auch in unserer Stadt – und in meinem Leben“, so der Superintendent. Die Gottesdienstbesucher begrüßten die neuen Glocken mit einem vierzeiligen Kanon namens „Die Glocken von St. Albani“ aus der Feder von Rudolf Stiens. Für die weitere musikalische Untermalung sorgten die Kantorei St. Albani, der Kinderchor und der Trompeter Keitaro Shimizu.

Link zum Probeläuten der vier Glocken am Donnerstag

Der Kirchenvorstand dankte noch während des Gottesdienstes all jenen, die dazu beigetragen haben, dass die neuen Glocken in St. Albani – wenn auch mit zwei Jahren Verspätung – Wirklichkeit geworden sind. Erwähnt wurden unter anderen der Glockenverein, die beteiligten Handwerker und insbesondere die zahlreichen Spender. Als kleines Dankeschön gab es beim anschließenden Fest in gemütlicher Atmosphäre kalte Getränke und kleine Snacks.

Von Markus Riese

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