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Göttingen Neue Räume für die Tafel: CDU nimmt Stadt Göttingen in die Pflicht
Die Region Göttingen Neue Räume für die Tafel: CDU nimmt Stadt Göttingen in die Pflicht
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19:07 10.07.2013
Von Michael Brakemeier
Die Göttinger Tafel in der Jüdenstraße soll ausziehen v.l.: Marleen Schaper und Luisa Mahler.
Die Göttinger Tafel in der Jüdenstraße soll ausziehen v.l.: Marleen Schaper und Luisa Mahler. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Nach der Kündigung dürfe sich die Verwaltung nach Ansicht von Ludwig Theuvsen, Vorsitzender des Stadtverbandes, nicht „wegducken“. Die Arbeit der Tafel sei wichtig. Ein neuer Standort der Tafel sollte „optimalerweiße sogar innerhalb des Walls“ liegen, meint Theuvsen. Die Einrichtung an den Rand der Stadt zu verlegen, käme für die CDU der Verdrängung des Problems gleich. Seit mehr als drei Jahren ist die Tafel auf der Suche nach neuen Räumen: Innenstadtnah, bezahlbar, ausreichend groß, gut mit dem Lieferfahrzeugen zu erreichen sollten sie sein. „Und von der Nachbarschaft erwünscht“, sagt Ulrich Hormann, Vorsitzender des Tafelvereins.

Jährlich 200 Tonnen umgeschlagen

In einer Mitteilung hatte die Gemeinde angekündigt, die freiwerdenden derzeit von der Tafel genutzten Räume im gemeindeeigenen Haus künftig für die Schularbeitenhilfe zu nutzen. Im Laufe der Zeit, meint Kirchenvorsteher Torsten Berghaus, sei mit der Tafel im Hof des Pfarramtes ein „Logistikzentrum“, ein mittelständisches Unternehmen mit eigenen Fahrzeugen, Angestellten und einer Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern entstanden, in dem jährlich 200 Tonnen umgeschlagen und auf die vier Ausgabestellen verteilt würden. „Ein Ende des rasanten Wachstums der Tafel ist nicht absehbar“, sagt Berghaus. Schon der heutige Umfang des Geschäftes der Tafel sei kaum zu bewältigen. Die Kirchengemeinde sei am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen.

Geldspenden in Höhe von 100 000 Euro

Unterdessen hat die Geschäftsführerin der Tafel, Martina May, die Aussage von Berghaus, die Tafel verfüge durch jährliche Geldspenden in Höhe von 100 000 Euro eine „zuverlässige“ Finanzierung, als „unverschämt“ bezeichnet. Die Spenden, so May, seien nicht sicher und müssten aufs Neue eingeworben werden. Die jährlichen Kosten der Tafel belaufen sich nach eigenen Angaben auf 100 000 Euro, die zu 80 Prozent aus Spenden finanziert werden.